Zürich
Sie werden geschlagen und bedroht: Zürcher Sanität rückt mit Pefferspray aus

Kaum zu glauben, was die Zürcher Sanität immer wieder erleben muss. Im 2013 gab es bei 400 Einsätzen Probleme mit renitenten, meist alkoholisierten Personen. In Basel und in Bern kommt dies höchstens in Einzelfällen vor.

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100 von 130 Sanitäter von Rettung und Schutz Zürich tragen einen Pfefferspray auf sich. (Symbolbild)

100 von 130 Sanitäter von Rettung und Schutz Zürich tragen einen Pfefferspray auf sich. (Symbolbild)

Keystone

In Zürich sind Rettungssanitäter 2013 bei 400 Einsätzen angepöbelt oder sogar körperlich attackiert worden. Wie die "NZZ am Sonntag" schreibt, handelte es sich bei drei Vierteln der Vorfälle um verbale Angriffe, 100 Mal wurden die Sanitäter aber auch bespuckt, geschlagen oder mit Messern und anderen Waffen bedroht.

Aufgrund der meist unter Alkohol- und Drogeneinfluss zustande gekommenen Gefahrenmomente trügen von den 130 bei Schutz und Rettung Zürich angestellten Einsatzkräfte über 100 einen Pfefferspray auf sich, sagt Roland Portmann, der Kommunikationschef des Rettungskorps.

Etwa fünf Retter rückten sogar mit einer stichsicheren Weste aus.

Die Ausrüstung mit Pfefferspray und Weste ist bei Schutz und Rettung Zürich freiwillig, wer Reizstoff bei sich haben will, muss den Umgang damit in einem Kurs lernen.

Die Rettungssanitäter in Bern und Basel, die nach eigenen Angaben nur in Einzelfällen mit gewalttätigen Angriffen konfrontiert sind, verzichten auf Pfefferspray in ihrer Ausrüstung.

In Basel sind dafür alle Einsatzfahrzeuge von Sanität und Feuerwehr mit Schutzbrillen gegen Laserpointer-Angriffe ausgestattet. (nch)