Bezirksgericht
Sex und Kiffen mit Teenager: Frau muss 20 Monate ins Gefängnis

Weil eine 37-jährige Frau einen ­14-jährigen Schüler verführte, hat das Bezirksgericht Meilen sie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. In anderen Punkten wird sie freigesprochen.

Anna Six
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Vor dem Bezirksgericht Meilen wurde eine Frau wegen einer Beziehung zu einem Minderjährigen verurteilt (Symbolbild).

Vor dem Bezirksgericht Meilen wurde eine Frau wegen einer Beziehung zu einem Minderjährigen verurteilt (Symbolbild).

Keystone

Einen Monat nach der Verhandlung hat das Bezirksgericht Meilen gestern das Urteil gegen eine 37-Jährige aus dem Bezirk Meilen eröffnet. Deren Tochter sass während der Erläuterungen der Richterin im Rücken der Mutter und war am Schluss in Tränen aufgelöst. Die Beschuldigte nahm das Urteil äusserlich gefasst entgegen, während ihre Hände ein Taschentuch zerknüllten.

Das Gericht spricht sie schuldig der sexuellen Handlungen mit einem Kind sowie des Konsums und der Weitergabe von Marihuana an Minderjährige.
Unbestritten ist, dass die Sozialhilfebezügerin zwischen April und Oktober 2012 ein Verhältnis mit einem anfänglich erst 13-jährigen Schüler hatte - in ihren Augen eine «normale Liebesbeziehung», wie sie vor Gericht sagte.

Kollege der Tochter

Das Opfer war als Kollege ihrer Tochter und mit einem weiteren Teenager bei der Frau ein- und ausgegangen. «Aufgrund ihres instabilen Selbstbildes hat sich die Beschuldigte mit der jugendlichen Peergroup identifiziert», sagte die Richterin. Dieses unreife Verhalten stehe am Ursprung ihrer Tat. Pädophil ist die Frau gemäss eines Gutachtens aber nicht.

Zur Schwere der Tat hielt das Gericht fest, dass das Opfer «kein Kind, aber auch noch kein sexuell mündiger Erwachsener» gewesen sei. Der Junge habe körperlich reifer gewirkt und sei freiwillig immer wieder zur 20 Jahre älteren Frau gegangen. Ihr Verschulden wiege insgesamt mittelschwer.

Freigesprochen wird die drei­fache Mutter vom Vorwurf der Pornografie.
Ein Filmchen auf ihrem Handy zeige zwar nackte Jugendliche, aber keine sexuell eindeutigen Handlungen. Beim Strafmass von 20 Monaten zieht das Gericht drei Vorstrafen in Betracht. Strafmindernd seien hingegen die schwere Kindheit der Beschuldigten sowie die «wenig gezeigte Reue».
Hinzu kommen eine Busse von 500 Franken, eine Entschädigung von 10 000 sowie eine Genugtuung von 5000 Franken für das Opfer.

Die Staatsanwältin, die vier Jahre Gefängnis gefordert hatte, zeigte sich nach dem Schuldspruch erschüttert: Sie könne die Begründungen des Gerichts nicht nachvollziehen und gehe in Be­rufung. Der Pflichtverteidiger hatte auf acht Monate Gefängnis plädiert. Er liess gestern durchblicken, dass er das Urteil akzeptieren wird.