Seniorenrat Oetwil
"Senioren helfen Senioren" - seit 15 Jahren eine äusserst wertvolle Institution

Vor 15 Jahren wurde der Seniorenrat von Nelli Schmid ins Leben gerufen.

Zoé Iten
Merken
Drucken
Teilen
Doris Bortolani und Nelli Schmid stehen sich auch privat nahe.

Doris Bortolani und Nelli Schmid stehen sich auch privat nahe.

itz

Senioren helfen Senioren – seit 15 Jahren ist dies das Motto des Oetwiler Seniorenrats. Vom Fahrdienst über Gartenarbeiten bis hin zu PC-Einzelstunden reicht sein Angebot. Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert. Auch die Leitung ist in all den Jahren dieselbe geblieben.
Ins Leben gerufen wurde der Seniorenrat von Nelli Schmid. Sie lud damals die Bewohner von Oetwil ein, um ihnen ihre Idee vorzustellen. Denn der Gedanke an einen eigenen Seniorenrat in der Gemeinde schwirrte schon länger in ihrem Kopf herum. Oft hatte sie von ihren älteren Nachbarn gehört, dass die anfallenden Arbeiten zu Hause immer schwieriger werden. Trotzdem wollten sie aber im Eigenheim bleiben. Deswegen wollte sie helfen. Klar war da aber schon, dass der Seniorenrat keine Betreuungsaufgaben übernehmen wird. «Das würde den Rahmen sprengen», sagt Schmid.

Gleich nach der Veranstaltung erhielt sie Telefonanrufe von Helfern, die sich freiwillig meldeten. Einige sind bis heute im Einsatz. Mittlerweile zählt der Rat rund 50 Mitarbeiter. «Wir sind aber immer froh um neue Gesichter. Es gibt oft Ausstiege, etwa wegen des Alters, Krankheiten oder eines Wohnortswechsels.»

Der Seniorenrat hat sein Tätigkeitsfeld inzwischen auf Geroldswil, Weiningen und Oberengstringen ausgeweitet. Mit der zunehmenden Ausbreitung erhöhte sich auch der Verantwortungsbereich. So ist Schmid froh, dass sie seit längerem auf Doris Bortolanis Unterstützung bauen kann. Vor zehn Jahren wurde Bortolani durch einen Artikel in der Limmattaler Zeitung auf den Seniorenrat aufmerksam. Heute widmet sie sich der Administration und geht nebenbei Einsätzen und Fahrdiensten nach.

Viel positives Feedback

Wenn jemand eine Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte, nimmt er Kontakt mit Schmid oder Bortolani auf. Diese wiederum wenden sich an ihre Mitarbeitenden. Nach getaner Arbeit bezahlt der Kunde den Helfer bar. Ein Teil davon geht an den Seniorenrat. Mit diesem werden Ausgaben gedeckt, der jährliche AHV-Beitrag und die Unfall- und Haftpflichtversicherung finanziert. Somit ist man als Kunde abgesichert. «Das mit der AHV funktioniert, weil wir eine einfache Gesellschaft sind. Ansonsten wäre das gar nicht möglich», sagt Bortolani.

Das Erfolgsrezept des Seniorenrats beruht darauf, dass er seit je auf ein Programm setzt, das nicht gross verändert wurde. Ein paar Dienste, die selten oder gar nicht in Anspruch genommen wurden, sind aber gestrichen worden. Ende jedes Jahres wird das Programm jeweils überarbeitet und hin und wieder angepasst. Es sei ein äusserst vielfältiges Angebot, sagt Schmid. Auch die Rückmeldungen seien oft positiv. Nach wie vor gilt das Credo, welches Schmid bereits von Anfang an beherzigt hat: «Ich will nie Nein sagen.» So hat sich der Seniorenrat zu einer äusserst wertvollen Institution entwickelt.