Bundesgericht

Sehnenverletzung nach Schlag gegen Wand ist kein Unfall - Versicherung muss nicht zahlen

Das Bundesgericht kam in seinem Urteil zum Schluss, dass beim Wutausbruch kein Unfall vorliegt. Somit trifft die Unfallversicherung keine Leistungspflicht. (Bild: Bundesgericht in Lausanne)

Das Bundesgericht kam in seinem Urteil zum Schluss, dass beim Wutausbruch kein Unfall vorliegt. Somit trifft die Unfallversicherung keine Leistungspflicht. (Bild: Bundesgericht in Lausanne)

Ein Mann, der aus Wut heftig gegen eine Wand geschlagen und sich dabei verletzt hat, bekommt keine Leistungen der Unfallversicherung. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde der Unfallversicherung des Betroffenen gegen einen Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich gutgeheissen.

Aus Stress, Ärger und Wut hatte der Mann im Februar 2014 mit der Faust gegen eine Wand geschlagen und sich dabei einen Sehnenausriss am kleinen Finger zugezogen. Seine Unfallversicherung wollte dafür nicht bezahlen, da er sich die Schädigung absichtlich zugefügt habe.

Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hiess jedoch 2016 die Beschwerde der Krankenversicherung des Betroffenen gut und bejahte die Leistungspflicht der Unfallversicherung. Dagegen legte wiederum die Unfallversicherung Beschwerde beim Bundesgericht ein.

Das Bundesgericht kam nun an seiner öffentlichen Beratung vom Dienstag zum Schluss, dass es sich nicht um einen Unfall handelt, wenn die Person die Schädigung ihrer Gesundheit absichtlich herbeigeführt hat oder wenn sie eine mögliche Schädigung zumindest in Kauf genommen hat, wenn also ein Eventualvorsatz bestand.

Im konkreten Fall liege eine solche Situation vor. Wer aus Wut oder Ärger gegen eine Wand schlägt, wisse, dass eine Verletzung möglich sei, schreibt das Bundesgericht in einer Mitteilung.

Bei einem kräftigen Schlag sei eine erhebliche Verletzung wahrscheinlich und die betroffene Person nehme diese in Kauf. Es liege somit kein Unfall vor, weshalb die Unfallversicherung keine Leistungspflicht treffe, schreibt das Bundesgericht.

Meistgesehen

Artboard 1