Seehunde sind für den Tierarzt keine einfachen Patienten. Sollen die Tiere näher untersucht werden, können sie nicht einfach festgehalten werden. Auch Narkosen sind schwierig, weil die isolierende Fettschicht die Dosierung des Narkosemittels erschwert.

Damit Tierarztbesuche möglichst stressfrei ablaufen, müssen Sinya und Skadi nun täglich ins Training, wie der Zoo Zürich am Mittwoch mitteilte. Besonders Sinya ist mit grossem Einsatz dabei. Sie kommt bereits an Land und lässt sich anfassen. Weil dies jeweils mit Futter belohnt wird, ist die junge Berlinerin schon fast etwas zu gut genährt.

Ihre Halbschwester Skadi ist deutlich zurückhaltender. Sie tut sich noch schwer damit, sich von den Pflegerinnen und Pflegern anfassen zu lassen. Der Zoo betont, dass das Training auf Freiwilligkeit beruht, es gebe weder Druck noch Strafe.

Die beiden Berlinerinnen, die im vergangenen Jahr zur Welt kamen, werden sich mit Nachwuchs aber noch etwas Zeit lassen. Weibliche Seehunde erlangen die Geschlechtsreife erst mit drei bis sechs Jahren. Eine dritte Deutsche im Bunde ist aber bald bereit: Pila, die im Jahr 2015 im Saarland geboren wurde, dürfte sich bald an das Thema heranwagen. Paarungszeit ist jeweils im Juli.