Der einschlägig vorbestrafte Beschuldigte hatte am 24. Oktober 2013 an der Langstrasse in Zürich eine Filiale der Zürcher Kantonalbank überfallen. Er bedrohte zwei Angestellte mit einer nicht geladenen Faustfeuerwaffe und erbeutete rund 2,5 Millionen Franken in verschiedenen Währungen. Das Geld verstaute der Serbe in drei Abfallsäcken.

Noch am Tatabend verspielte er laut Verteidiger Valentin Landmann bedeutende Teile der Beute im Casino Zürich. Nachdem der Gesuchte am 7. Februar 2014 in Kroatien verhaftet worden war, konnten die Untersuchungsbehörden auf einer Bank in Novi Sad in der Wojwodina noch rund 271'000 Franken der Beute sicherstellen.

Während der Untersuchung kam heraus, dass der Serbe bereits am 12. Februar 2013 an der Universitätsstrasse in Zürich eine Filiale der Crédit Suisse (CS) überfallen und einen Bankangestellten mit einer Rohrbomben-Attrappe bedroht sowie rund 800'000 Euro verlangt hatte. Er scheiterte aber am Widerstand des Bankangestellten und suchte ohne Beute das Weite.

Laut Verteidiger ein "Gentleman-Bankräuber"

Während die Staatsanwaltschaft für den Beschuldigten eine hohe Freiheitsstrafe von acht Jahren forderte, sprach Verteidiger Valentin Landmann von einem "Gentleman-Bankräuber" und setzte sich für eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren ein.

Landmann verwies auf eine schwere Spielsucht seines Klienten, der die Opfer jeweils anständig und zuvorkommend behandelt habe. Er habe noch nie einen Überfall mit einer scharf geladenen Waffe verübt.

Das Gericht schlug den Mittelweg ein und setzte sechs Jahre fest. Von einem "Gentleman" wollte es nichts wissen und attestierte dem Täter vielmehr eine hohe kriminelle Energie. Er habe die Opfer in grosse Angst versetzt. Dem CS-Angestellten sprach das Gericht ein Schmerzensgeld von 4000 Franken zu.

Die Richter gingen zwar von einem problematischen Spielverhalten des Beschuldigten aus, verneinten aber eine Spielsucht als vorwiegendes Tatmotiv. Das Gericht berief sich dabei auf erste Aussagen bei der Zürcher Polizei, wo von Spielsucht noch keine Rede war.

Der Beschuldigte, der in Deutschland aufgewachsen ist, hatte auch dort immer wieder als Bankräuber für Aufsehen gesorgt. 2006 kassierte er am Landgericht Hamburg eine hohe Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren.