Zürich

Schwierige Auflösung des reformierten Stadtverbandes – Streitpunkt ist das Geld

Die Kirchen Witikon (im Bild) und Hirzenbach sperren sich gegen den geplanten Zusammenschluss.

Der geplante Zusammenschluss der 32 reformierten Kirchgemeinden auf 2019 droht wegen eines Rekurses zu scheitern.

Der Zeitplan des Reformprozesses der reformierten Stadtzürcher Kirchgemeinden könnte ins Stocken geraten. Verantwortlich ist ein Rekurs der Kirchgemeinden Zürich-Hirzenbach und Zürich-Witikon gegen den Entscheid des Kirchenrates, den Reformierten Stadtverband aufzulösen.

Die Auflösung des Stadtverbandes ist jedoch eine Voraussetzung für die Gründung der Kirchgemeinde Zürich auf den 1. Januar 2019. «Ohne die Auflösung wäre der Zusammenschluss von 32 Kirchgemeinden zur Kirchgemeinde Zürich auf Anfang Januar nicht sinnvoll», sagte der Präsident des Reformierten Stadtverbandes, Andreas Hurter, am Freitag vor den Medien.

Aber auch wenn sich der Termin des Zusammenschlusses verschieben sollte, gehe der Reformprozess weiter, sagte Hurter. Dies entspreche dem klaren demokratischen Auftrag der reformierten Stimmberechtigten der Stadt Zürich und der Gemeinde Oberengstringen. Diese haben in der Volksabstimmung vom 28. September 2014 die Reform in Auftrag gegeben.
Die Kirchensynode hat Mitte Januar 2018 der Fusion von 32 Kirchgemeinden zur Kirchgemeinde Zürich mit rund 80 000 Mitgliedern zugestimmt. Dieser Entscheid ist rechtskräftig.

Hirzenbach mit rund 1600 Kirchgemeindemitgliedern und Witikon mit etwa 3200 sprachen sich gegen die Fusion aus. Sie bleiben deshalb als einzige der ursprünglich 34 Kirchgemeinden eigenständig.

Streitpunkt ist das Geld

Die Eigenständigkeit kostet aber auch Geld. Bisher hat der Stadtverband für alle Kirchgemeinden diverse Leistungen erbracht – etwa im Bereich IT, Personal, Kommunikation. Hirzenbach und Witikon dürften aber nach der Reform gemäss Hurter «tendenziell weniger Geld zur Verfügung haben».

Streitpunkte zwischen den beiden Gemeinden und dem Stadtverband sind deshalb insbesondere Ansprüche am städtischen Steuerertrag und Vermögen. Nach Ansicht des Stadtverbandes ist ein langwieriger, teurer Rechtsstreit, der die künftige Kirchgemeinde Zürich im Reformprozess und die Kirchgemeinden Witikon und Hirzenbach im Gemeindeaufbau behindert, «das Schlechteste, was passieren kann». Man suche weiterhin für beide Seiten eine faire Lösung, aber es sei nicht sicher, dass diese rechtzeitig gefunden werde. Deshalb habe sich der Stadtverband entschieden, über die Situation zu informieren. (SDA)

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