Schwester Elisabeth Müggler schüttelt eine Hand nach der anderen. Um sie scharen sich Freunde, Bekannte, Menschen, die sich bei ihr für ihre Leistung bedanken und ihr gratulieren und mit ihr anstossen möchten.

Gratulieren zum Schweizer Palliative-Care-Preis, der Auszeichnung für ihr Schaffen und Wirken im Dienste unheilbar Kranker.

Es ist der Ausklang einer langen, festlichen Feier mit Vorträgen, Klaviermusik und Lesungen, die gestern Nachmittag im Saal des Restaurants Löwen in Meilen stattgefunden hat.

«Wir ehren eine Frau und ihre aktuelle Tätigkeit, die tief im Wurzelwerk der Palliative Care eingebunden ist», hatte Matthias Mettner, Studienleiter Weiterbildung-palliative.ch/ Forum Gesundheit und Medizin, zu Beginn seiner Ansprache gesagt.

Spur in der Freiwilligenarbeit

Roland Kunz, ärztlicher Direktor des Spitals Affoltern am Albis, Präsident von palliative.ch und erster Träger des Schweizer Palliative-Care-Preises, richtete sich in seiner Laudatio direkt an Schwester Elisabeth Müggler und ehrte die Vision, die sie mit der Gründung des Vereins wabe (siehe Kontext) umgesetzt hat:

Sie habe nicht gewartet, sondern einen Weg gesucht und sei diesen gegangen, habe andere von ihrer Vision überzeugt. Kunz fügte an: «Für die Spur, die du in der Freiwilligenarbeit hinterlässt, hast du diesen Preis verdient.»

Pfarrerin Jacqueline Sonego Mettner richtete sich mit einem Gedicht von Rose Ausländer an die Preisträgerin: «Immer sind es die Menschen; du weisst es; ihr Herz ist ein kleiner Stern; der die Erde beleuchtet.» Und an Schwester Elisabeth Müggler gerichtet: «Du hast einen Stern im Herzen.»

Preis den Begleiterinnen gewidmet

«Meine kleine Erde wurde gerade hell beleuchtet durch die Ehre, die mir hier geschenkt ist», nahm Schwester Elisabeth Müggler in ihrer Dankesrede Bezug auf Ausländers Gedicht.

Dann kam sie auf die Palliative Care und auf die Freiwilligen zu sprechen, die sich täglich für den Verein wabe einsetzen. Der Einsatz von Freiwilligen sei eine unabdingbare Forderung der Zeit.

«Eine Forderung, die Förderung schlechthin ist, denn sie stiftet Sinn, Lebenssinn – dies in einer Zeit, in der das Neuentdecken menschlicher Grundwerte zentral ist.» Sie widme den Preis allen Begleiterinnen der wabe Limmattal. Sie staune, «dass sich so viele Freiwillige dieser ganzmenschlichen Herausforderung stellen».

Hälfte des Preisgeldes geht an Verein wabe

Elisabeth Müggler möchte die Hälfte des Preisgeldes von 10000 Franken an den Verein wabe geben, damit zwei Begleiterinnen ausgebildet werden können, einen weiteren Teil möchte sie an das Kloster überweisen.

Und auch für sie selber soll noch etwas übrig bleiben: «Ich bin nicht so total bescheiden, wie in den Gratulationsreden gesagt wurde», sagte sie und lachte mitsamt dem Publikum.

Vom Preisgeld leiste sie sich eine Reise in die Toscana, wo sie eine Bibelmeditationsgruppe besuche. «Ich muss ja auch irgendwo wieder auftanken.»