Zürich
Schweizer Gäste entdecken das Dolder als Luxus-Wochenendziel

Die Dolder Hotel AG letztes Jahr einen Umsatz von 60,5 Millionen Franken, das Plus gegenüber 2012 betrug 3,7 Millionen Franken. Der Gewinn vor allen Abzügen kann sich mit 5,9 Millionen Franken sehen lassen; im Vorjahr lag er bei 4 Millionen.

Thomas Marth
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Eingangshalle des Dolder Grand. Foto: The Dolder Grand

Eingangshalle des Dolder Grand. Foto: The Dolder Grand

The Dolder Grand

Entsprechend zufrieden zeigte sich Managing Director Mark Jacob gestern am jährlich stattfindenden Medienfrühstück. Der Betrieb finanziere sich und die nötigen Investitionen aus sich selbst heraus, betonte er. Der Jahresverlust von 17,3 Millionen Franken beruhe auf Abschreibungen und Kapitalzinsen noch aus der aufwendigen Gesamterneuerung 2004 bis 2008.

Ein Journalist meinte, da die Zinsen grossteils auf Kapital von Eigentümer Urs Schwarzenbach selber geschuldet seien, dürfte der Verlust wohl gut verkraftbar sein. Jacob sagte lächelnd, der Businessplan sehe auch für die nächsten Jahre Verluste vor. Alles andere wäre unrealistisch. So viel Gelassenheit war nicht immer, nachdem die Wiedereröffnung des Hotels praktisch mit dem Ausbruch der Finanzkrise zusammenfiel.

Zimmer etwas günstiger

52 000 Übernachtungen wurden letztes Jahr gezählt, plus 6,3 Prozent. Die Zimmerauslastung betrug 56,1 Prozent, im Jahr davor noch 52,9 Prozent. Um das gute Resultat zu erreichen, ist man den Gästen allerdings preislich entgegengekommen. Durchschnittlich wurden 751 Franken für ein Zimmer verlangt, im Vorjahr waren es noch 755 Franken.

Nur noch sinkende Erträge wirft das Waldhaus Dolder ab. Es soll ab 2016 durch einen Neubau ersetzt werden. Im Herbst dürfte der Gestaltungsplan vor den Gemeinderat kommen.

Stets gut gebucht sind die elf Suiten im Dolder Grand. «Es gab seit dem Neustart zu wenige davon», sagte Jacob. Beliebt sind sie vor allem bei den Gästen aus den Golfstaaten. Ab August gibt es eine weitere: die Terrazza Suite, die sich momentan noch als wuselige Baustelle präsentiert. Sie liegt in der «Parzelle Ost». Hier, gleich neben dem Hotelflügel «Golf», waren zwei luxuriöse Privatappartements vorgesehen, die aber mangels investitionsbereiter Interessenten über den Rohbau nie hinauskamen. Neben der neuen Suite werden hier zudem gerade Bankett-Lounges zur Ergänzung der «Gallery», dem grössten Veranstaltungsraum des Hauses, erstellt.

Die Nacht in der Terrazza Suite soll 10 500 Franken kosten, damit ist sie nicht die teuerste. Sie ist vor allem für längere Aufenthalte vorgesehen. Es gebe immer wieder Gäste, die sich über Monate im Dolder niederliessen, sagte Jacob. Darunter befänden sich auch Schweizer, zum Beispiel solche, deren Haus gerade umgebaut werde. Wobei sie dann zwar permanent im Hotel eingebucht, aber nicht unbedingt stets anwesend seien.

Vermehrt gebe es Zürcher und Zürcherinnen, die sich ein Wochenende im Dolder Grand mit seinem luxuriösen Spa leisten, freute sich Jacob. 18 Prozent betrug der Anteil der Schweizer Gäste letztes Jahr (16 % im Vorjahr). Sie sind somit die grösste Gästegruppe. Anders als viele Hotels drunten in der Stadt, die vor allem von Geschäftsleuten leben, ist das Dolder an den Wochenenden besser belegt als unter der Woche, erklärte Jacob. Je etwas über 10 Prozent der Gäste kommen aus den USA, aus Russland, Grossbritannien, Deutschland und den Golfstaaten. Damit weist man einen guten Mix auf.

Veranstaltungen in Eigenregie

Jacob leitet das Haus seit Anfang 2013. Er will vermehrt auf Emotionen abzielen. Dazu wird das Hotel künftig auch Veranstaltungen in Eigenregie anbieten. Jacob nannte die Bereiche Kulinarik, Literatur, Musik und Kunst. Den Auftakt bildet im September «The Epicure – Days of Culinary Masterpieces». Vier Tage Schlemmen mit internationalen Spitzenköchen ist angesagt.