Die Kontrolleure des ZVV müssten ihre Anweisungen sehr strikt durchsetzen und liessen sich kaum auf Diskussionen mit Schwarzfahrern ein, sagte Thomas Faesi, Ombudsmann des Kanton Zürich, am Mittwoch vor den Medien. «Was einfach klingt, ist im Alltag nicht immer ganz so leicht».

Oft sei es wichtig, einen Verstoss nochmals in aller Ruhe anzusehen und nicht «in der Leidenschaft vor Ort» zu beurteilen, sagte Faesi am Rande der Medienkonferenz zur Nachrichtenagentur SDA. Häufig gelinge es ihm, im Gespräch mit den Betroffenen und dem ZVV eine Lösung zu finden. «Der ZVV verhält sich sehr kooperativ».

Insgesamt stammten 121 Fälle aus dem Bereich der Volkswirtschaftsdirektion (+15%). Die Zunahme ist neben dem ZVV auch auf die Arbeitslosenversicherung (ALV) zurückzuführen. Dort falle ihm oft eine Vermittlungsaufgabe zu, sagte Faesi. Er erkläre den Betroffenen beispielsweise, wie ein Entscheid zu werten sei, oder weshalb sie einen gewissen Kurs zu besuchen hätten.

Weniger Fälle im Migrationsamt

Leicht zugenommen haben letztes Jahr auch die Streitfälle im Personalwesen (184 Fälle, + 1,7%). Die Ursachen dafür seien schwierig zu eruieren. Ein Teil der Beschwerden sei darauf zurückzuführen, dass die Anforderungen an das Personal gestiegen und die Ressourcen knapper seien.

Angestellte reagierten empfindlich. «Sie wollen beispielsweise kein Gemeinschaftsbüro oder fragen sich, ob man ihnen das Rauchen verbieten darf». Vorgesetzte sähen es manchmal nicht gerne, wenn er beigezogen werde, sagte Faesi. Mitarbeiter hätten aber das Recht, sich an den Ombudsmann zu wenden. «Der Chef darf das nicht verhindern».

Weniger Arbeit bescherte dem Ombudsmann die Sicherheitsdirektion. Dort betrug der Rückgang fast einen Fünftel (138 Fälle). Grund dafür ist, dass weniger Migrationsbeschwerden eingingen. Woran dies liegt, ist gemäss Faesi offen.

Insgesamt erledigte er letztes Jahr 800 Fälle. Das sind 15 mehr als im Vorjahr. Bei der Arbeit des Ombudsmannes läuft nicht immer alles optimal. Verbessert werden könne beispielsweise die Kommunikation zwischen der Verwaltung und der Bevölkerung sowie der Verwaltung und der Ombudsstelle, sagte Faesi. Er forderte zudem eine raschere Bearbeitung der Fälle. Auch Tempo sei ein Qualitätskriterium.