Zürcher Bezirksgericht
Schüsse auf Barbesucher: Tötungsversuch und nicht Notwehr

Ein Türke hat mit Schüssen vor einer Bar im Zürcher Niederdorf den Tod eines Kontrahenten in Kauf genommen. Das Bezirksgericht Zürich hatden 55-jährigen Angeklagten wegen versuchter Tötung zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt.

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Der Mann schoss bei einer Auseinandersetzung einen Mann nieder (Symbolbild)

Der Mann schoss bei einer Auseinandersetzung einen Mann nieder (Symbolbild)

Keystone

Der Mann habe nicht aus Notwehr geschossen, fanden die Richter. Zur Auseinandersetzung in der Bar war es am 23. Mai 2005 wegen einer Tänzerin gekommen. Der Streit verlagerte sich nach draussen, wo der Türke plötzlich mit einem Revolver fünf Schüsse auf seine Gegner, zwei Kosovo-Albaner, abgab und dabei beide verletzte.

Der Angeklagte war bereits im Juli 2007 vom damaligen Zürcher Geschworenengericht wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, mehrfacher Körperverletzung sowie Vergehens gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Die Verteidigung legte Nichtigkeitsbeschwerde ein und erreichte eine Prozesswiederholung vor Bezirksgericht.

Tod in Kauf genommen

Dieses kam zu keiner neuen Einschätzung. Der Angeklagte habe in einem Fall mit Schüssen aus nächster Nähe den Tod eines Opfers in Kauf genommen, sagte der Gerichtsvorsitzende bei der Urteilseröffnung vom Mittwoch. Der Schütze sei zur Tatzeit nicht verängstigt gewesen, sondern vielmehr als Provokateur aufgetreten.

Das Strafmass senkte das Gericht in erster Linie wegen der Verletzung des Beschleunigungsgebotes. Zudem hatte ein Gutachten dem Beschuldigten eine verminderte Schuldfähigkeit im mittleren Grade attestiert. Er hat bereits 43 Monate im Gefängnis verbüsst und wird noch zwei Wochen absitzen müssen.