Polizeieinsatz
Schüler inszenieren Überfall und lösen Polizeieinsatz aus

Jugendliche haben am Dienstagabend in Zürich für eine Filmaufnahme einen Überfall derart täuschend echt inszeniert, dass die Polizei von einem Ernstfall ausging und mit einem Grossaufgebot ausrückte. Mehrere Jugendliche waren vermummt und trugen Waffen-Attrappen.

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Vier Jugendliche wurden festgenommen. (Symbolbild)

Vier Jugendliche wurden festgenommen. (Symbolbild)

Keystone

Kurz vor 18 Uhr hatte die Mitarbeiterin einer Reinigungsfirma die Stadtpolizei alarmiert, weil sie in einem Geschäftshaus an der Seestrasse mehrere maskierte und bewaffnete Männer sah. Wenig später wurde die Meldung durch weitere Personen bestätigt, die sich im Gebäude aufhielten. Sie gaben an, sie hätten sich aus Sicherheitsgründen in einem Büro eingeschlossen.

«Soft Air»-Guns

Aufgrund dieser Schilderungen rückten sofort mehrere Einsatzkräfte, darunter die Interventionseinheit sowie ein Team von Schutz & Rettung, an den Tatort aus. Dabei musste die Seestrasse beim Bahnhof Wollishofen in beiden Richtungen für sämtlichen Verkehr gesperrt werden, wie es in der Mitteilung der Stadtpolizei heisst.

Im Gebäude trafen die Polizisten schliesslich auf vier Jugendliche mit echt aussehenden Imitationswaffen, so genannten Soft- Air-Guns. Weil zunächst nicht klar war, was sie mit diesen Waffen im Geschäftshaus vor hatten, wurden sie von der Polizei vorübergehend festgenommen.

Jugendliche wollten Film drehen

Bei der Befragung gaben die vier 15-jährigen Schüler an, sie hätten im Haus einen Action-Film drehen wollen. Laut Stadtpolizei müssen sie nun wegen unerlaubten Waffentragens mit einem Verfahren der Jugendanwaltschaft rechnen.

Die Stadtpolizei erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass das Tragen von so genannten Soft-Air-Guns verboten ist und rät Eltern, ihren Zöglingen Waffen-Attrappen konsequent zu verbieten. Wenn solche Waffen-Attrappen zur Bedrohung von Menschen eingesetzt würden - auch wenn dies nur in spielerischer Absicht geschehe - könne dies folgenschwere Reaktionen auslösen.

Täuschend echte Waffen

Im Stress könnten bedrohte Personen die Waffe nicht rasch genug und verlässlich als harmlos erkennen. Sie reagierten deshalb instinktiv gleich, wie wenn sie durch eine echte Feuerwaffe bedroht würden. Auch Sicherheitskräfte könnten Attrappen auf eine gewisse Distanz nicht von echten Waffen unterscheiden.

Soft-Air-Guns und andere Imitationswaffen gelten seit 2008 als Waffen im Sinne des Waffengesetzes. Personen unter 18 Jahren ist jeglicher Umgang mit Waffen untersagt.