Betreibungen
Schuldenprävention interessiert Stadtzürcher Jugendliche

Das Kompetenzzentrum Schuldenprävention der Stadt Zürich kommt bei den Jugendlichen gut an. Ein Jahr nach dem Start haben zwei von drei SchülerInnen der 3. Sekundarklassen an entsprechenden Workshops teilgenommen.

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Der Umgang mit Geld will gelernt sein. (Symbolbild)

Der Umgang mit Geld will gelernt sein. (Symbolbild)

Keystone

Die Schuldenprävention für Jugendliche finde bei den Zürcher Schulen offene Türen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung vom Dienstag. Viele Lehrerinnen und Lehrer seien überzeugt, dass das Thema Geld wichtig sei und in den Lehrplan gehöre.

2014 führte die Schuldenprävention in über 60 Abschlussklassen der 3. Sekundarschule Workshops durch. Dazu kamen 36 Klassen in Berufsschulen, an Gymnasien, in Klassen des 10. Schuljahres und in Motivationssemestern. Insgesamt wurden 1750 Jugendliche zwischen 18 und 21 Jahren erreicht.

Neben den Schülerworkshops organisiert die Schuldenprävention auch Elternabende zum Thema. Auf diesem Weg hätten bisher rund 180 Eltern angesprochen werden können, heisst es in der Mitteilung. Auch bei den Eltern-Kontakten wolle das Team weiter zulegen.

Die Workshops an den Schulen umfassen drei Lektionen. In der ersten erzählt eine Fachperson für Betreibungen über ihre Arbeit, ihre Beobachtungen und Erfahrungen in Zusammenhang mit Jugendlichen oder generell über die Verschuldung in unserer Gesellschaft.

In den beiden anschliessenden Lektionen lernen die Teilnehmenden anhand praktischer Übungen, wie ein einfaches Budget erstellt wird. Zudem diskutieren sie ihr Kaufverhalten. Die Lektionen sind interaktiv aufgebaut und enthalten Elemente, die es den Schülern erlauben, sich aktiv einzubringen, zu diskutieren und Fragen zu stellen.

Negative Folgen bei Jugendlichen kaum bekanntDie oftmals negativen indirekten Folgen von Verschuldung und Betreibungen etwa bei der Stellen- oder Wohnungssuche seien den Jugendlichen kaum bekannt, schreibt die Schuldenprävention. "Ich hätte nie gedacht, dass das so krasse Folgen haben kann", sei einer der häufigen Kommentare.

In der Stadt Zürich kamen 2014 mehr als 100 Jugendliche unter 18 Jahren mit einem Betreibungsamt in Kontakt, weil sie sich überschuldet hatten. Bei den 18- bis 21-Jährigen waren es laut Statistik der Betreibungsämter gar über 1100 Fälle.

Dabei spielt laut Gregor Mägerle von der der Schuldenprävention der Stadt Zürich die Frage, ob jemand eher mehr oder eher weniger Geld zur Verfügung hat, nicht die entscheidende Rolle. "Viel wesentlicher ist es, ob jemand schon früh gelernt hat, mit Geld umzugehen oder nicht."

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