Niemand schoss so viele Punkte wie sie. Maria Grieser aus Obermeilen ist die neue Schützenkönigin. Am Samstag schoss die 17-Jährige am Knabenschiessen die Maximalpunkte und blieb bis am Montagmittag unanfechtbar. «Es fühlt sich unbeschreiblich gut an», sagte Maria Grieser, als feststand, dass keiner der anderen 4271 Schützen – davon waren 1350 Mädchen – 35 Punkte erreicht hat. Maria Grieser war keine blutige Anfängerin, bereits zum vierten Mal hat sie am Knabenschiessen teilgenommen.

Interview mit der Schützenkönigin 2015

Interview mit der Schützenkönigin 2015

«Nachdem ich zum ersten Mal geschossen habe, habe ich gesagt, hier geh ich mal noch mit 35 Punkten raus», sagte die selbstbewusste junge Frau. Und sie sollte Recht behalten. Sie packte ihre allerletzte Chance, denn im kommenden Jahr darf sie vom Alter her nicht mehr mitmachen.

Am Samstag unterstützend zur Seite stand ihr ihre gute Freundin Viviane Pfenninger. «Bevor sie geschossen hat, hat sie gesagt, dass sie es allen zeigen wolle. Und das hat sie», sagte die stolze Freundin, die auch gestern Montag bei den Feierlichkeiten immer an Marias Seite war. Beim Schiessen sei Maria überhaupt nicht aufgeregt gewesen. «Als sie realisierte, dass sie die volle Punktzahl geschossen hat, hat sie gezittert, ich musste sie noch Stunden später beruhigen», sagte Viviane Pfenninger. Schon als kleines Mädchen habe Maria an den Chilbi- Schiessbuden die grössten Plüschtiere gewonnen. Ansonsten hat die neue Schützenkönigin nicht viel Schiesserfahrung.

Die Schuetzenkoenigin Maria Grieser posiert fuer den Fotografen mit ihrer gewonnenen Medaille am Knabenschiessen

Die Schuetzenkoenigin Maria Grieser posiert fuer den Fotografen mit ihrer gewonnenen Medaille am Knabenschiessen

Preisgeld für Autoprüfung

Nachdem Maria Grieser am Samstag geschossen hatte, ging das grosse Zittern und Warten erst so richtig los. «Ich habe mindestens alle 30 Minuten im Internet geschaut, ob jemand anderes auch 35 Punkte erreicht hat», erzählte Maria Grieser, die im zweiten Lehrjahr als Malerin ist. Umso grösser war ihre Erleichterung und Freude, als am Montagvormittag das offizielle Schiessen vorbei war. Um die zweiten und dritten Plätze kämpften 13 Schützen im Ausstich, die alle 34 Punkte erzielt hatten. Maria Grieser konnte das Geschehen in aller Ruhe beobachten, stand sie zu diesem Zeitpunkt doch schon als neue Schützenkönigin fest.

Das Preisgeld von 5000 Franken will sie vor allem in ihre Autoprüfung und später in eine Weiterbildung investieren. Dass sie nun im Mittelpunkt steht und von Medien belagert wird, bezeichnete Maria Grieser als «cool und lustig». Das sei eine gute Erfahrung, es mache ihr Spass. Und vor allem sei sie froh, dass sie deshalb am Dienstag keine Prüfung schreiben müsse, sagte sie mit einem Augenzwinkern.

Knabenschiessen: Qualifikation für den Ausstich

Knabenschiessen: Qualifikation für den Ausstich

Auch Ernst Stocker gratulierte

Fast vor Stolz geplatzt sind auch ihre Eltern Monika und Peter Grieser. Obwohl er nicht damit gerechnet habe, sei er unglaublich stolz auf seine Tochter, meinte der Vater. Auf einer Skala von eins bis zehn sei es eine Elf. Dass sie nächstes Jahr ihren Titel nicht verteidigen kann, findet die 17-jährige Obermeilemerin nicht schlimm. «Das ist doch der perfekte Abschluss.» Unter den Gratulanten waren neben der letztjährigen Schützenkönigin Milena Brennwald auch Regierungspräsident Ernst Stocker und der Meilemer Gemeindepräsident Christoph Hiller.

Maria Grieser ist schon das sechste Mädchen insgesamt und die vierte Schützenkönigin in den letzten fünf Jahren. Sie ist überzeugt, dass die Mädchen so stark sind, weil sie den Instruktoren besser zu hören und die Anweisungen besser umsetzen als die männlichen Schützen. In ihrer Heimat wird Maria Grieser am Mittwochabend mit einem grossen Empfang als neue Schützenkönigin gefeiert.