Marthalen
Schreibfehler nach 15 Jahren korrigiert

Ein Veloschild verfügt über einen Buchstaben zu viel. Jetzt bringt der Kanton die Welt wieder in Ordnung.

Markus Brupbacher
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Die Richtung stimmt, die Schreibweise nicht: das Schild nach Rorbas, hier mit h.

Die Richtung stimmt, die Schreibweise nicht: das Schild nach Rorbas, hier mit h.

Rohrbas? Ist damit das Dorf Rohr im elsässischen Département Bas-Rhin gemeint? Nein: Der dunkelrote Wegweiser in Ellikon am Rhein in der Gemeinde Marthalen soll die Radfahrer nach Rorbas (ohne h) im untersten Tösstal leiten. Seine wegweisende Aufgabe wird das Schild all die Jahre wohl erfüllt haben. Verirrte Velofahrer sind nicht bekannt.

Nichts gewusst vom Schreibfehler hat Schweiz Mobil. Die Stiftung mit Sitz in Bern bedankte sich für die Mitteilung. «Unsere Projektleiter werden diese prüfen und bei Bedarf an die verantwortliche kantonale Stelle weiterleiten.» Danach meldete sich der zuständige Projektleiter aus Olten: Er habe die Rückmeldung an das Tiefbauamt des Kantons Zürich weitergeleitet, «mit der Bitte, die besagte Frage zu klären beziehungsweise den Fehler zu korrigieren».

Daraufhin meldete sich der zuständige Mitarbeiter des kantonalen Tiefbauamts. Das Schild mit dem Schreibfehler werde man nun aufgrund der Meldung ersetzen. Auch werde geprüft, ob dieser Fehler auch noch auf anderen Radwegschildern in der Region zu finden sei.

Bestellt worden sei das Schild mit der richtigen Schreibweise. Der Fehler müsse bei der Herstellung passiert sein. Bei der Montage des Wegweisers, die bereits vor rund 15 Jahren zurückliegt, sei der Schreibfehler offenbar nicht bemerkt worden, schreibt das Tiefbauamt.

«So ein Schild kostet inklusive Halterung rund 95 Franken», teilt Baudirektionssprecher Thomas Maag mit. «Und wer erst nach 15 Jahren bei einer Firma einen Fehler moniert, hat in der Regel geringe Aussichten, kostenlosen Ersatz zu erhalten.»

Ist der Schreibfehler in Ellikon am Rhein der einzige? Eine virtuelle Street-View-Fahrt auf einem Teilstück der Radstrecke Richtung Rorbas ergibt folgende Resultate: Weiter flussaufwärts in Rheinau beim Hallenbad ist Rorbas nicht auf dem Velowegweiser vermerkt, lediglich Zurzach, Eglisau, Flaach und Ellikon am Rhein.

Weiter rheinabwärts in Flaach gegenüber dem Wirtshaus Sternen ist Rorbas korrekt geschrieben, weiter oben in Berg am Irchel ebenfalls. Von dort aus führt der Radweg auf der Hauptstrasse um den Höhenzug Irchel herum nach Teufen und weiter hinunter an die Tössegg – oder eben nach Rorbas.

Zur Ehrrettung des unbekannten Fehlbaren sei abschliessend noch auf den Ursprung des Ortsnamens Rorbas hingewiesen. Der erste Wortteil «Ror» leitet sich vom Begriff Schilfrohr oder Röhricht ab – hier also Rohr mit h. Schilfgewächse gibt es am Tössufer bei Rorbas ja tatsächlich.

Der zweite Wortteil «bas» geht auf ein mittelalterliches Wort zurück, das schlagen bedeutete. Somit umschrieb Rorbas einen Ort, wo einst Schilf geschlagen respektive geschnitten wurde. Früher wurde die Gemeinde Rorboz oder Rorboss geschrieben – allerdings stets ohne den Buchstaben h.