Tramunfall
Schon wieder: 68-jähriger Mann in Zürich unter Tram gekommen

Am Samstagabend wurde ein älterer Mann bei der Tramhaltestelle Guggach an der Schaffhauserstrasse in Zürich von einem Tram erfasst. Trotz jahrelangen Präventionskampagnen nimmt die Zahl der Tramunfälle in der Stadt Zürich nicht ab.

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68-jähriger Mann in Zürich von Tram angefahren
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Tramhaltestelle Guggach in Zürich
Tramhaltestelle Guggach in Zürich
Tramhaltestelle Guggach in Zürich
Tramhaltestelle Guggach in Zürich
Tramhaltestelle Guggach in Zürich

68-jähriger Mann in Zürich von Tram angefahren

Laut der Zeitung "Der Sonntag" kam es In den ersten drei Quartalen dieses Jahres bereits zu 105 Tramunfällen, wie eine bisher unveröffentlichte VBZ-Statistik zeigt. Damit dürfte per Ende Dezember der Jahresdurchschnitt von 115 Traumunfällen überschritten werden. Darunter waren bisher zwei Todesfälle, 17 Schwerverletzte und 42 Leichtverletzte. Der Todesfall einer 20-jährigen Studentin vom vergangenen Mittwoch ist in dieser Statistik noch nicht berücksichtigt.

Es handelte sich damit bereits um den dritten tödlichen Unfall in diesem Jahr auf dem VBZ-Netz. So viele Unfälle mit Todesfolge gibt es ansonsten im Jahresdurchschnitt. Die Cobra-Flotte umfasst 88 Fahrzeuge und stellt jeden zweiten Kurs auf den Linien sicher – entsprechend häufig ist das niederflurige Fahrzeug in Unfälle verwickelt, wie VBZ-Sprecherin Daniela Tobler in dem Zeitungsbericht sagt. Ihren Angaben zufolge sind die häufigsten Unfallursachen das Missachten des Tramvortritts, Stürze im Tram infolge Notstopps sowie Unaufmerksamkeit und Ablenkung der anderen Verkehrsteilnehmer.

Ex-Gemeinderat und Tramführer Peider Filli stellt die Wirkung der seit 2005 jährlich durchgeführten Präventionskampagne "Tramvortritt" in Frage. «Die Kampagnen gehen an den Leuten vorbei. Was nützt es, wenn im Tram ein Plakätli aufgehängt ist?», sagt er im "Sonntag". Er empfiehlt, Plakate am Heck der Trams und auch in anderen Kantonen für die Pendler anzubringen. Die Umgewöhnung an die beinahe geräuscharmen Cobra-Trams habe noch nicht stattgefunden. «Die Leute sind zudem immer mehr durch Handys und Ipods abgelenkt», sagt Peider Filli. Die VBZ planen ab ab Dezember bis Februar weitere Spots auf dem Privatsender «Tele Züri», wie Tobler ankündigt.