Militär
Schon wieder: 400 Schuss Sturmgewehr-Munition verschwinden aus Kaserne Kloten

Nicht schon wieder! Kaserne Kloten vermisst offenbar 436 Schuss fürs Sturmgewehr 90. Die Militärpolizei ermittelt.

Rafaela Roth
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436 Stück Munition für das Sturmgewehr 90 werden vermisst. (Symbolbild)

436 Stück Munition für das Sturmgewehr 90 werden vermisst. (Symbolbild)

Keystone

In der Kaserne Kloten sind anfangs letzter Woche angeblich 436 Stück Munition für das Sturmgewehr 90, die Standardwaffe der Schweizer Armee, verschwunden.

Offenbar seien die Plomben entfernt und wieder angebracht worden, was auf Diebstahl hindeute, schreibt uns ein watson-User – ein Rekrut, der anonym bleiben will. «Momentan werden Zugführer und Gruppenführer von der Militärpolizei befragt und untersucht», schreibt der Rekrut. «Falls sie nichts finden, wird jeder Rekrut einzeln untersucht.»

Der Hauptmann habe «seelenruhig» reagiert, schreibt der Rekrut. «Wie ein paar sicher schon gehört haben, fehlen uns etwa 400 Schüsse. Da seht ihr was passiert, wenn man die Materialliste nicht korrekt ausfüllt», habe er gesagt. «Er schien die Möglichkeit eines Diebstahls komplett auszuschliessen», sagt der User. Ob die Schüsse verloren oder gestohlen wurden oder ob es sich um einen Fehler in der Buchführung handelt, weiss der Rekrut nicht.

Kommuniziert wurde der Verlust bisher nicht. Armeesprecher Daniel Reist bestätigt auf Anfrage aber den Verlust von Munition. «Die Militärjustiz ermittelt», sagt er. Auch diese bestätigt den Verlust. Wie viel Munition genau vermisst wird, konnte sie noch nicht bestätigen.

Erst im September gab die Schweizer Armee bekannt, mehrere Kilogramm Sprengstoff in der Kaserne Aarau zu vermissen. Daneben fehlten auch zahlreiche Sprengkapseln und Zündschnüre sowie Handgranaten. Während der Verlust von Munition gelegentlich vorkomme, handle es sich beim vermissten Sprengstoff jedoch um einen «absoluten Einzelfall», wie Militärjustiz-Sprecher Tobias Kühne gegenüber der Nachrichtenagentur sda versicherte. Diesbezüglich gibt es noch keine neuen Erkenntnisse.