In Eine vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft in Auftrag gegebene Studie zeigt wie viel. 2010 waren es 882 Millionen Franken. Rund 34 Millionen mehr als im Jahr 2000, in welchem der letzte Bericht für den Kanton Zürich veröffentlicht wurde.

Die Studie analysiert die Folgekosten der negativen Wirkung der Luftschadstoffe Feinstaub, Ammoniak, Ozon und Stickstoffoxide im Kanton Zürich und den Städten Winterthur und Zürich. Umgesetzt wurde sie von der Forschungsfirma Econcept. Als Schadensbereiche zählen die Gesundheit der Bevölkerung, Gebäude, Wald, Biodiversität und Ernteertrag. Wobei in den Städten die letzten beiden Bereiche praktisch nicht vorkommen.

Hohe Gesundheitskosten

Unabhängig davon, um welches Jahr es sich handelt, und ob Kanton oder Städte betrachtet werden, zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Am meisten Geld wird für Gesundheitsschäden ausgegeben. In der Stadt Zürich 75 Prozent der Gesamtkosten, in Winterthur sogar 80. Vor allem Atemwegs-, Herz- und Kreislauferkrankungen, aber auch Krebsfälle würden der Luftbelastung angerechnet, heisst es im Bericht.

An zweiter Stelle stehen die Kosten für Gebäudeschäden. In den beiden Städten betragen sie rund ein Viertel respektive Fünftel der Gesamtsumme. Ausgegeben wird das Geld für das Reinigen und Renovieren von Fassaden. Gebäude, die stärker durch Verkehr und Schadstoffe belastet sind, werden schneller gräulich als unbelastete. In den Städten schon verschwindend klein sind die Waldschäden durch Luftverschmutzung. Deren Kosten belaufen sich auf jeweils unter ein Prozent.

Vieh kostet 100 Millionen

Gleich wie im ganzen Kanton ist auch in den Städten der Hauptkostenverursacher der Verkehr – ganze 385 Millionen gehen auf sein Konto. Flug- und Schienenverkehr spielen dabei eine untergeordnete Rolle, die Fahrzeuge auf den Strassen stossen die meisten Schadstoffe aus.

In den beiden Städten folgt auf den Verkehr die Industrie. Die Baumaschinen machen in dieser Gruppe mehr als die Hälfte der Kosten aus.

Auf den ganzen Kanton gerechnet, kommt die Land- und Forstwirtschaft noch vor der Industrie. Wegen des Viehs werden jährlich 100 Millionen Franken ausgegeben, durch die Tiere gelangt vor allem Ammoniak in die Luft. Landwirtschaftliche Fahrzeuge verursachen weitere 50 Millionen.

Ein kleiner Teil der Schadstoffe kann in der Studie keiner Verursachergruppe zugeordnet werden, etwa das Ozon.

Neue Autos, weniger Schmutz

Die Studie vergleicht die Jahre 2000 und 2010. Sie kommt zum Schluss, dass die Belastung tendenziell eher gesunken ist, die Kosten aber trotzdem angestiegen. Erklärt wird dies zum einen mit höheren Schadenskosten pro Fall oder Ereignis. Zum anderen hätten die betroffene Bevölkerung und die belastete Gebäudefläche in den letzten zehn Jahren zugenommen. Einzig die Kosten des Verkehrs sind minimal um 20 Millionen gesunken. Da seit dem Jahr 2000 auch die Fahrzeugdichte zugenommen hat, lässt sich das wohl nur mit moderneren Automodellen erklären.

Wäre die Schadstoffbelastung konstant auf dem Niveau des Jahres 2000 geblieben, geht der Bericht davon aus, dass die Kosten im Kanton Zürich rund 146 Millionen höher ausgefallen wären. Im Bericht der Firma Econcept heisst es positiv ausgedrückt: Trotz des Anstiegs um 34 Millionen sei ein volkswirtschaftlicher Nutzen von 146 Millionen generiert worden. Für die ganze Schweiz sind die Kosten der Luftverschmutzung letztmals für das Jahr 2005 berechnet worden. Sie beliefen sich auf rund 5,145 Milliarden Franken.