Glücksspiel
Schlussspurt für Zürcher Casino-Konzession

Fünf Kandidaten buhlen um ein Casino in der Stadt Zürich. Mit im Rennen dabei ist auch das Grand Casino Baden mit einem Projekt am Beatenplatz.

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Limmattaler Zeitung

Im Schlussspurt um eine Casino-Konzession in der Stadt Zürich wollen sich die Bewerber kaum in die Karten blicken lassen. Fest steht, dass fünf Kandidaten ins Rennen steigen. Sie können ihre Dossiers bis zum Jahreswechsel einreichen.

Bis jetzt sei noch kein Gesuch zur Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) gelangt, sagte ESBK-Direktor Jean-Marie Jordan auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Bewerber müssen ihr Dossier bis am 31.Dezember 2010 vorgelegt haben. Mit ins Rennen steigt die Grand Casino Zürich AG, wie Verwaltungsratsmitglied Gert Thoenen sagt.

Sie buhlt um einen Casino-Standort beim Einkaufstempel Sihlcity. Bei der Aktiengesellschaft handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der französischen Groupe Tranchant. Diese ist eine Schwestergesellschaft der Airport Casino Basel AG.

Pläne für Gessnerallee

Ein weiteres Konzessionsbegehren reicht die Swiss Casinos Gruppe ein. Das Unternehmen will im Ober-Geschäftshaus an der Gessnerallee auf 4500Quadratmetern ein Casino eröffnen. Pro Besucher dürfte ein Eintritt von gegen zehn Franken verlangt werden, sagte Martin Vogel, Leiter Marketing und Kommunikation bei Swiss Casinos. Ein Teil dieses Eintrittsgeldes fliesst in die so genannte «Casino-Tax». Diese sollte sich jährlich auf mindestens 1,3Millionen Franken belaufen. Den Betrag will das Unternehmen vollumfänglich Zürich Tourismus zukommen lassen.

Insgesamt will die Swiss Casinos Gruppe in der Limmatstadt 80Millionen Franken in ihr Projekt investieren. Damit sollen bis zu 250 neue Arbeitsplätze entstehen. Neben diesen Angaben enthält das Konzessionsgesuch auch ein so genanntes Sozialkonzept. Darin ist unter anderem festgelegt, wie Spielsperren geregelt sind.

Die Swiss Casinos Gruppe setzt auf Fachpersonen. Sie arbeitet mit einem Psychiater zusammen und bezahlt eine Erstkonsultation. Angeboten werden auch Kooperationen mit Suchtberatungsstellen, wie Christian Bretscher, Präsident des Sozialbeirates von Swiss Casinos, sagte. Zu diesem Angebot könnte in Zürich auch die Zusammenarbeit mit der städtischen Fachstelle für Schuldenfragen gehören.

Grand Casino Baden ist auch dabei

Als Drittes ist das Grand Casino Baden im Rennen um eine Casino- Konzession in der Stadt Zürich. Für die Aargauer gibt es zwei Möglichkeiten: Sie versuchen es mit einem eigenen Projekt im Du-Pont-Gebäude am Beatenplatz. Das «Casino Royal Zürich» beinhaltet auf 3000 Quadratmetern Bruttospielfläche über 420Maschinen und rund 30Spieltische. Erwartet werden gemäss Emanuela Furrer, Leiterin Marketing bei der Spielbank Baden AG, 500000Besucher pro Jahr. Erhält dieses keinen Zuschlag, will Baden die Mehrheitsbeteiligung sowie die operative Führung beim Projekt der City Zürich Casino AG verlangen, wie dessen Mitinitiant Werner Buchter sagte. In dieses Projekt an der Sihlporte sollen zwischen 70 bis 80Millionen Franken investiert werden.

Die einzelnen Gesuche prüft die ESBK auf Herz und Nieren. Nach der Analyse gibt die ESBK zuhanden des Bundesrates eine Beurteilung ab. Dieser trifft den Entscheid über die Vergabe bis Mitte 2011. Rekursmöglichkeit haben die Bewerber keine. Mit dem Bau des Stadtzürcher Casinos dürfte 2012 begonnen werden. (sda)