Uitikon

Schluss mit Missachtung des Fahrverbots: Uitikon prüft nun selber Autofahrten auf den Uetliberg

Auf den Strassen zum und vom Uetliberg fahren viele Autos ohne Fahrerlaubnis, Uetikon will dem Einhalt gebieten. (Symbolbild)

Auf den Strassen zum und vom Uetliberg fahren viele Autos ohne Fahrerlaubnis, Uetikon will dem Einhalt gebieten. (Symbolbild)

Unbewilligte Autofahrten auf den Uetliberg haben in den vergangenen Jahren immer wieder für rote Köpfe bei Anwohnern und Naturschützern geführt. Nun soll ein Fahrtenkontrollsystem zeigen, wie viele Bewegungen von Motorfahrzeugen es auf dem Zürcher Hausberg wirklich gibt.

Seit 1911 herrscht auf den Strassen des Zürcher Uetlibergs ein Fahrverbot. Mit einem Regierungsratsbeschluss wurde das Verbot erstmals 1920 geregelt - und seither immer wieder den Verhältnissen angepasst, letztmals 1983. Fast ebenso alt sind die Diskussionen darüber, wer auf den Uetliberg fahren darf und wer nicht.

"Jeder behauptet etwas anderes, alles ist sehr subjektiv. Wir wollen mit der Einführung des Fahrtenkontrollsystems endlich eine Faktenlage schaffen, um diese Diskussionen richtig führen zu können", sagte Patrik Wolf, Sicherheitsvorstand der Gemeinde Uitikon, am Donnerstag auf Anfrage. Seine Gemeinde übernimmt ab dem 4. April das Bewilligungswesen für die Zufahrt auf den Berg, wie sie in einer Mitteilung schreibt.

Kameras zeichnen Fahrten auf

Seit Jahren werde über die Autofahrten ins naturnahe Erholungsgebiet gestritten, sagte Wolf. "Wir wollen diesem ewigen Streiten ohne Fakten ein Ende setzen." Mit einem so genannten Fahrtenkontrollsystem will die Gemeinde einen Überblick über die tatsächlichen motorisierten Bewegungen auf dem Uetliberg erhalten.

Zwei Kameras erfassen künftig die berg- und talwärts fahrenden Fahrzeuge auf der Uetlibergstrasse bei Ringlikon. "Diese Aufzeichnungen können dann ausgewertet und mit den Bewilligungen verglichen werden." So erhalte man mit der Zeit ein Bild davon, wie viele unbewilligte Fahrten es wirklich gebe auf den Berg, sagte der Sicherheitsvorstand.

Jene Fahrzeuglenker, die verbotenerweise über einen anderen Weg auf den Uetliberg fahren - etwa über Stallikon - werden hingegen nicht erfasst. "Ausser sie fahren über die Uetlibergstrasse wieder hinunter", wie Wolf sagte. Der grösste Teil benutze aber ohnehin die Strasse über Ringlikon.

Der kantonale Datenschutzbeauftragte hat gemäss Medienmitteilung grünes Licht für die Kameras gegeben. Zudem werde mit Schildern auf die Überwachung hingewiesen, sagte Wolf. Auch das Fahrverbot wird deutlich ausgeschildert. Auf eine Schrankenanlage wird verzichtet.

Bewilligungen online

Mit der Übernahme des Bewilligungs- und Kontrollwesens - in Absprache mit der Gemeinde Stallikon und der Stadt Zürich - will Uitikon auch Eigenverantwortung übernehmen, wie Wolf sagte. Bisher war die Kantonspolizei dafür zuständig gewesen. "Vielleicht können wir mit dem Fahrtenkontrollsystem einen Beitrag zur Beruhigung der Situation leisten", sagte Wolf.

Der Uitiker Sicherheitsvorstand hofft aber vor allem, so eine Lösung zu finden, "die für alle stimmt". Sobald konkrete Daten vorliegen, sollen mit den anderen Gemeinden zusammen die Bewilligungspraxis überprüft und allenfalls Anpassungen vorgenommen werden.

Änderungen gibt es neu aber auch für jene Fahrzeuglenker, die mit einer Bewilligung auf den Zürcher Hausberg fahren möchten. Sie können dies künftig online regeln. Rund um die Uhr kann über einen Link auf der Homepage der Gemeinde Uitikon eine Fahrt angemeldet und eingetragen und die Bewilligung ausgedruckt werden. (sda/sm)

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