Integration
Schlieren hofft auf den Integrationspreis des Kantons Zürich

Schlieren bewirbt sich für den «Innovationspreis Integration» des Kantons. Die Stadt hat einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Ausländern in der Bevölkerung. Entsprechend wichtig ist für sie die Integration von Migranten.

Sebastian Schanzer
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Integration ist in Schlieren ein wichtiges Thema. (Symbolbild)

Integration ist in Schlieren ein wichtiges Thema. (Symbolbild)

Limmattaler Zeitung

Seit Anfang Jahr etwa läuft im Schlieremer Stadtbüro der «InfoPoint Integration» als Pilotprojekt. Mit diesem Projekt, das der besseren Eingliederung von Neuankömmlingen dienen soll, kandidiert die Stadt nun für den diesjährigen «Innovationspreis Integration» des Kantons Zürich.

Die kantonale Fachstelle für Integrationsfragen verleiht den Preis alle zwei Jahre. Projekte, die sich auf eine originelle Weise für die Eingliederung zugewanderter Menschen einsetzen, erhalten einen finanziellen Zuschuss, sofern sie die Jury von ihrer Originalität überzeugen können.

Der «InfoPoint Integration» in Schlieren wurde konzipiert von der Asylorganisation Zürich (AOZ), einer Fachorganisation im Migrationsbereich, die im Auftrag der öffentlichen Hand Aufgaben der Sozialhilfe und Integrationsförderung übernimmt. Jeden Dienstagabend von 16:30 bis 19:00 Uhr können Interessierte im Stadtbüro vorbeischauen und sich beraten lassen. Eine Fachperson der AOZ vermittelt in Einzelgesprächen Informationen zu integrationsrelevanten Themen.

So erfahren die Besucher etwa, wo sie sich für einen passenden Deutschkurs einschreiben können, wie sie am besten bei der Arbeits- und Wohnungssuche vorgehen oder welche Freizeitangebote ihnen in der Region offenstehen. Auch Fragen zu Schule, Rechtsordnung oder zu den kulturellen Eigenheiten der Schweiz werden hier beantwortet – und zwar in Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Englisch.

Bessere Orientierung im Alltag

Das Besondere an diesem Projekt ist gemäss AOZ-Kommunikationschef Thomas Schmutz die Art der Zusammenarbeit mit der kommunalen Verwaltung. Der «InfoPoint Integration» fungiere dort als sogenannter One-Stop-Shop in Sachen Integration. Das heisst, dass viele Anliegen an einem einzigen Ort behandelt werden können. Ziel des Projekts ist die verbesserte Orientierung für Migranten, insbesondere für Neuankömmlinge, in ihrem Alltag in der Schweiz. «Es ist eine sympathische, kostengünstige und effiziente Vorkehrung mit Modellcharakter für andere Gemeinden», sagt Schmutz.

Der «Innovationspreis Integration» ist mit 6000 Franken für den ersten, 3000 für den zweiten und 1000 für den dritten Platz dotiert. Die Jury setzt sich zusammen aus Fachleuten im Bereich der Integration und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Kultur und Medien. Eingabeschluss war der 23. April, nun werden die Projekte gesichtet. Die Anzahl der Bewerbungen habe sich im Vergleich zum letzten Mal verdoppelt, wie Julia Morais, Leiterin der kantonalen Fachstelle für Integrationsfragen auf Anfrage mitteilt. Auch «grössere Institutionen» hätten sich dieses Jahr beworben.

Nicht angemeldet hat sich hingegen die Stadt Dietikon, die wie Schlieren am kantonalen Integrationsprogramm teilnimmt. «Wir planen zurzeit keine neuen Projekte, weshalb wir auch nicht am Wettbewerb teilnehmen», sagt die Dietiker Integrationsbeauftragte Priska Alldis auf Anfrage.

Bis zum 31. Mai hat die Jury nun Zeit, sich für die drei Gewinner zu entscheiden. Diese werden dann am 2. Juli im festlichen Rahmen ausgezeichnet.