Zürichsee

Schifffahrtsgesellschaft ist nach Rückzug der Anzeigen erleichtert

Ein Anwohner hatte ZSG-Kapitäne des missbräuchlichen Hornens in Stäfa bezichtigt – nun zieht er seine Anzeigen zurück.

Ein Anwohner hatte ZSG-Kapitäne des missbräuchlichen Hornens in Stäfa bezichtigt – nun zieht er seine Anzeigen zurück.

Horngegner will nun doch nicht, dass zwei Kapitäne bestraft werden. Er sorgte letzte Woche für Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er die beiden angezeigt hatte – nun hat er seine Meinung geändert.

Ein Stäfner Anwohner hatte sechs Anzeigen gegen Kapitäne der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) wegen missbräuchlichen Hornens erstattet. Nun hat er diese zurückgezogen. Das hat das Statthalteramt Meilen bestätigt. «Offiziell bezeichnet man es nicht als Zurückziehen der Anzeige, aber er hat uns gegenüber den Wunsch geäussert, dass die Kapitäne nicht bestraft werden», sagt Patrizia Merotto, Statthalterin des Bezirks Meilen. Da es sich um ein Offizialdelikt handle, prüfe sie nun, ob ein Verstoss gegen die Binnenschifffahrtsverordnung vorliegt. Dies wäre bei missbräuchlichem Hornen der Fall. «Ist dies nicht so, stellen wir die Verfahren ein.»

«Sicherheit geht immer vor»

Sander betont, dass das Hornen in keinem Fall eine Provokation gewesen sei. Der Anzeigeerstatter hatte im «Tages-Anzeiger» zwei ZSG-Kapitänen unterstellt, einen Privatkrieg gegen ihn zu führen. «Besteht eine Gefahrensituation, ist der Schiffsführer verpflichtet, zu hornen», stellt Sander klar. «Wenn etwas passieren würde, wäre die erste Frage, ob der Schiffsführer gehornt hat.» Sicherheit gehe immer vor.

Entsprechend ändert sich in Bezug auf die Frage, wann auf dem Zürichsee gehornt wird, nichts – auch vor der Stäfner Schiffsstation, wo der Anwohner lebt, nicht. Das Hornen, welches bis letzten Sommer beim An- und Ablegen üblich war, war nicht Gegenstand besagter Anzeigen. «Dieses kurze Hornen wird es nicht wieder geben, unsere Schiffsführer geben ausschliesslich die gesetzlich vorgeschriebenen Schallsignale ab», erklärt Sander. Der traditionelle Gruss beim Anfahren und Verlassen der Station ist in der Binnenschifffahrtsverordnung nicht vorgesehen. Der Stäfner, der die Anzeigen eingereicht hatte, hatte durch eine Nachfrage beim Bundesamt für Verkehr ein faktisches Verbot des viertelsekündigen Hornens auf dem Zürichsee erwirkt.

Zu den Gründen, weswegen der Stäfner die Anzeigen wegen des missbräuchlichen Hornens fallen gelassen hat, war nichts zu erfahren: Der Mann war gestern nicht erreichbar. Überrascht wurde auch die ZSG vom Rückzug der Anzeigen. «Es freut uns natürlich, aber Gespräche zwischen dem Anwohner und uns haben nicht stattgefunden», sagt Sander.

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