SVP-Knatsch

Schibli vermutet Sabotage seines Wahlkampfs

Ernst Schibli vermutet «verdeckte Machenschaften». (Archiv)

Ernst Schibli vermutet «verdeckte Machenschaften». (Archiv)

Ernst Schibli (SVP) vermutet, dass er aufgrund von «versteckten Machenschaften» die Wahl in den Nationalrat verpasst hat. Kantonalpräsident Alfred Heer hält die Vorwürfe für absurd.

Alt-Nationalrat Ernst Schibli (SVP) fühlt sich von seiner Partei unfair behandelt: Er sei bei den Nationalratswahlen vom vergangenen Oktober im Hintergrund aktiv behindert worden, liess Schibli in einer Medienmitteilung verlauten. Nur so kann sich der Landwirt, der bereits 2011 abgewählt wurde und danach wieder nachrutschte, erklären, dass er die Wiederwahl nicht geschafft hat. Damit sei die Ehrencharta der SVP, die alle Nationalratskandidaten unterschreiben, «ausgehebelt und schwer missbraucht» worden. Zudem habe die Partei ihn in der Sache zu spät angehört.

Konkrete Hinweise, wer hinter den «verdeckten Machenschaften» stecken könnte, hat Schibli nicht, wie er auf Anfrage sagte. «Ich vermute aber, dass Personen aus dem Umfeld von Barbara Steinemann in die Sache verwickelt sind», so Schibli. Parteikollegin Steinemann stammt wie Schibli aus dem Bezirk Dielsdorf und schaffte im Oktober den Sprung in den Nationalrat.

Stimmenverlust im Heimbezirk

Seine Vorwürfe begründet Schibli mit Verweis auf das Wahlergebnis: «Ausser mir wurden alle der ersten 23 Kandidierenden auf der SVP-Liste in ihren eigenen Wahlkreisen gewählt», sagt Schibli. Das gelte sogar für abgewählte Kandidaten wie Hans Fehr oder Christoph Mörgeli. «Es liegt deshalb auf der Hand», schreibt Schibli, «dass in den Bezirken Dielsdorf und Bülach etwas nicht mit rechten Dingen» zuging. Dort habe er nämlich im Vergleich zum Rest des Kantons deutlich mehr Stimmen verloren, was ihn stutzig werden liess.

Für Fälle, in denen sich Parteimitglieder in einem Wahlkampf unfair behandelt fühlen, hat die SVP ein sogenanntes Ehrengericht eingerichtet. An dieses hat sich auch Schibli gewendet und gefordert, dass sein Fall gründlich untersucht werde. Dafür müsse Schibli aber konkrete Hinweise vorbringen, sagt Alfred Heer, Präsident der Kantonalpartei. «Seine Begründung, dass er ein schlechtes Resultat in den Bezirken Dielsdorf und Bülach erzielt habe, ist ja noch kein Grund für eine Untersuchung.»

Er könne zwar verstehen, dass Schibli über seine erneute Abwahl aus dem Nationalrat enttäuscht sei, so Heer. «Aber seine Vorwürfe sind absurd.» Schibli sei im Wahlkampf nicht von anderen SVP-Kandidierenden behindert worden. «Niemand hat Propaganda gegen ihn gemacht oder empfohlen, ihn von der Liste zu streichen.»

Heer dreht den Spiess gar um: Im Gegenteil könnte man nämlich Schibli den Vorwurf machen, andere Parteimitglieder unfair behandelt zu haben. Im Wahlkampf habe Schibli zusammen mit einem anderen SVP-Kandidaten einen offiziellen EDU-Flyer in Umlauf gebracht, auf dem die Wähler dazu aufgefordert wurden, diese zwei SVP-Kandidaten zweimal auf ihre EDU-Liste zu schreiben, und diese anstelle der SVP-Liste einzuwerfen.

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