Im Schaudepot finden die über 500'000 Sammlungsobjekte des Museums für Gestaltung eine neue Heimat. Dazu gehören Plakate, Grafiken, Kunstgewerbe und eben Objekte des Schweizer Designs, die hier so zahlreich versammelt sind wie sonst nirgends auf der Welt.

Originale, Skizzen, FotografienFür die Ausstellung «100 Jahre Schweizer Design» konnten die Kuratorin Renate Menzi und der Kurator Arthur Rüegg also aus dem Vollen schöpfen. Ausgewählt haben sie aus rund 40'000 Designobjekten deren 800: Lichtschalter etwa, Sitzmöbel oder Sparschäler. Neben den Originalen zeigen sie Skizzen, Prototypen, Modelle und Fotografien und machen deutlich, dass Design in unserem Alltag omnipräsent ist.

Gegliedert ist die Ausstellung chronologisch-thematisch. Zehn Möbelgruppen leiten durch die Dekaden der letzten 100 Jahre: von den regional verwurzelten Anfängen über «Die gute Form» der 1950er Jahre bis zu den Produkten der aktuellen Gestalter-Generation. In diese Chronologie eingebunden hat das Kuratorium 30 zeittypische Themen, die mit passenden Objektgruppen dokumentiert sind.

Massgeblicher WerkbundSchweizer Design war bis in die 1960er Jahre eng verbunden mit dem Schweizerischen Werkbund (SWB). Mit dessen Gründung 1913 wurde die Diskussion über gute und schlechte Gestaltung immer wichtiger. Seine Maxime lautete: «Weg vom modischen Saisonartikel und hin zum dauerhaften Standardprodukt.»

Unternehmen und Handwerksbetriebe begannen in dieser Zeit, funktionale Möbel, Leuchten und Geräte für den Haushalt seriell zu produzieren. Mit seiner Auszeichnung «Die gute Form» steuerte der SWB die Qualitätskriterien bis in die späten 1960er Jahre. Seine Geschichte spielt nun im Schaudepot nochmals eine wichtige Rolle.