Elgg
Schätze aus alten Zeiten bei archäologischen Grabungen in Elgg gefunden

Eine Grossgrabung der Kantonsarchäologie in Elgg im Rahmen eines Bauprojekts brachte Siedlungsfunde aus der Spätbronzezeit und dem Mittelalter zutage.

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Die Archäologen bei der Ausgrabung

Die Archäologen bei der Ausgrabung

Kanton Zürich

Ein kunstvoll aus einem Geweih geschnitzter Kamm ist das bisherige Prunkstück der aktuellen archäologischen Ausgrabungen im zürcherischen Elgg. Er dürfte in spätrömischer oder frühmittelalterlicher Zeit als Haarschmuck gedient haben.

15 Zentimeter lang ist der Kamm, wie die Kantonsarchäologie am Dienstag mitteilte. Seine Zinken sind nur noch zum Teil vorhanden. Aber die kunstvollen Schnitzereien, mit denen er verziert wurde, sind noch perfekt erkennbar. Aus diesen Verzierungen schliessen die Fachleute denn auch auf das Alter des Stücks.

Bisher wurden in der archäologischen Grossgrabung Überreste aus der Spätbronzezeit (um 1000 vor Christus) sowie dem Früh- und Hochmittelalter (5.-7. Jahrhundert beziehungsweise 13. Jahrhundert nach Christus) dokumentiert, wie es weiter heisst. Sie lassen den Schluss zu, dass die einstigen Bewohnerinnen und Bewohner Handwerker waren.

Mehrere Grubenhäuser wurden freigelegt, drei Webkeller und Spuren eines Ofens. Auch Überreste von Keramikgefässen sowie Ofenkacheln fanden die Archäologen. Zudem Bronzeobjekte, Glasperlen und Werkzeuge aus Knochen und Eisen.

Die Grabung erfolgt auf einer Parzelle von rund 11'000 Quadratmetern. Im Vorfeld eines Bauprojekts hatte die Kantonsarchäologie letztes Jahr Sondierbohrungen vorgenommen, welche vielversprechende Resultate ergaben. Bevor gebaut wird, sichern nun die Archäologen bedeutende Funde und Befunde. Laut Mitteilung dürfte die Grabung mindestens ein Jahr lang dauern. (sda)