Vor den Werfthallen baut der Flughafen Zürich eine neue Schallschutzanlage. Soeben haben die Arbeiten begonnen, bis im Februar 2012 sollen sie beendet sein. Die U-förmige Anlage dient dazu, nach Reparaturen und Motorenwechseln die Triebwerke der Flugzeuge auf ihre Funktionstüchtigkeit zu testen. Dabei entsteht Lärm, der etwa jenem eines startenden Flugzeugs entspricht.

Die aktuelle Anlage in Zürich ist veraltet und kann von moderneren Maschinen gar nicht mehr benutzt werden. Deshalb finden die Standläufe auf dem Vorplatz des Werftgebäudes oder auf den Pisten statt. An Langstreckenflugzeugen können die Tests häufig tagsüber durchgeführt werden. An Kurzstreckenflugzeugen, die tagsüber meistens im Einsatz sind, erfolgt der Standlauf oft nachts und stört dadurch die Anwohner besonders. Auch mit der neuen Anlage werden die Triebwerke weiterhin nachts getestet. Der Lärm soll aufgrund der Dämpfer jedoch erheblich reduziert werden. Um wie viel, lässt sich laut Marc Rauch, Mediensprecher der Flughafen Zürich AG, nicht beziffern. Dies hänge vom Flugzeugtyp und Triebwerk ab.

Die Flughafen Zürich AG investiert 1,5 Millionen Franken in die Anlage. Dagegen hatte sie sich lange gewehrt. Sie war der Ansicht, die Benutzer SR Technics und deren Auftraggeber Swiss müssten die Investition tätigen. Das Bundesgericht entschied im September 2009 jedoch anders. Es vertrat die Meinung, dass eine solche Anlage als notwendige Infrastruktur eines Flughafens anzusehen sei. Es forderte die Flughafen Zürich AG auf, nach Einführung des provisorischen Betriebsreglements binnen eines Jahres für den Schallschutz zu sorgen. Diese Frist sei vertretbar, denn konkrete Pläne lägen bereits vor.

Eigentlich hättedie Anlage diesen Sommer stehen müssen. Die Flughafenbetreiberin ersuchte das Gericht jedoch erfolgreich um eine Fristerstreckung. Lange wird die Schallschutzanlage aber nicht stehen. In zwei Jahren soll sie schon wieder abgebaut werden.

Geplant ist eine Schallschutzhalle, in der die Tests ab April 2014 erfolgen und noch leiser werden sollen. Das Baugesuch soll bis Ende Jahr dem Bundesamt für Zivilluftfahrt eingereicht werden. Die Höhe der Kosten ist laut Marc Rauch noch nicht bekannt. Unklar ist auch, ob das Provisorium nach dem Abbau andernorts zum Einsatz kommt.