Zürich
SBB-Schalterangestellte liess sich von Komplizen "überfallen"

Eine junge Frau nutzte ihre Stellung als SBB-Schalterangestellte aus: Zusammen mit drei Komplizen täuschte sie während ihres Dienstes insgesamt 3 Überfälle vor und erbeutete fast 200'000 Franken. Das Obergericht verurteilte die Beteiligten streng.

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Die Überfälle waren nur gespielt (Symbolbild).JPG

Die Überfälle waren nur gespielt (Symbolbild).JPG

Keystone

Die 24-jährige Schweizerin aus Winterthur sei im Mittelpunkt des gestrigen Berufungsprozesses vor dem Zürcher Obergericht gestanden, schreibt die "20 Minuten". Die früher als vorbildlich geltende SBB-Mitarbeiterin habe mit einer WG-Mitbewohnerin und deren bosnischen Freund im April 2012 den ersten Überfall auf den Bahnhof Effretikon vorgetäuscht: Sie habe an diesem Tag einen Schalterdienst verrichtet, als ihr Mittäter auftauchte und sie zum Schein mit einem Messer bedrohte. Er habe Bargeld und Reka-Checks für 64'500 Franken sowie 6000 Franken aus dem Tresor "erbeutet".

Im Juni desselben Jahres habe die Frau mit ihrem kosovarischen Freund erneut einen Überfall vorgetäuscht: Diesen habe sie mit Schlüsseln, Tresor- und Alarmcodes des Bahnhofs Kloten ausgestattet. Die Beute habe 70'000 Franken betragen. Einen Monat darauf, im Juli, habe die Frau im SBB-Reisebüro im Bahnhof Wipkingen "zugeschlagen".

Der Polizei sei aufgefallen, dass die Überfälle immer am aktuellen Arbeitsplatz der jungen Frau passiert seien. Deswegen sei die Frau im August 2012 festgenommen worden. Während der 177-tägigen Haft habe die Frau ein Geständnis abgelegt. Die Bezirksgerichte Bülach und Pfäffikon haben im Herbst 2013 milde Urteile gesprochen. Anders das Obergericht: Die Frau müsse von den drei Jahren Haft neun Monate verbüssen. Auch der 28-jährige Bosnier habe statt 30 Monaten teilbedingt neu 28 Monate unbedingte erhalten. Der 27-jährige Kosovare müsse eine unbedingte Freiheitsstrafe von 28 Monaten verbüssen. (fwa)