Zürich
SBB Cargo muss sparen: Parlamentarier befürchten Getreidetransport auf der Strasse

SBB Cargo will einen Teil der Getreidesammelstellen im Kanton Zürich nicht mehr bedienen. Mehrere Parlamentarier fürchten nun, dass das Getreide künftig mit Lastwagen durch die Gemeinden gekarrt wird. Bis Ende Jahr ist klar, welche Sammelstellen es trifft.

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SBB Cargo bedient gegenwärtig noch 344 Bedienpunkte in der ganzen Schweiz, im Kanton Zürich sind es 40. Doch nun muss das Unternehmen sparen: Werden nun mehr Lastwagen auf der Strasse verkehren?

SBB Cargo bedient gegenwärtig noch 344 Bedienpunkte in der ganzen Schweiz, im Kanton Zürich sind es 40. Doch nun muss das Unternehmen sparen: Werden nun mehr Lastwagen auf der Strasse verkehren?

KEYSTONE/URS FLUEELER

Rund 200'000 Tonnen Getreide werden im Kanton Zürich jedes Jahr mit der Bahn transportiert. Abgefüllt wird das Korn in den Getreidesammelstellen, die über den ganzen Kanton verteilt sind. In Güterwagen wird das Korn dann in die Swissmill im Zürcher Kreis 5 gefahren, wo es ins höchste Getreidesilo der Welt gefüllt wird.

Diese Getreidetransporte auf der Schiene sind nun - zumindest teilweise - in Gefahr: SBB Cargo muss sparen und "überprüft" für sie unrentable Bedienpunkte. Das heisst, dass ein Teil der Sammelstellen künftig nicht mehr angefahren und das Korn wohl per Lastwagen nach Zürich gefahren wird.

Mehr Lastwagen im Zürcher Stadtzentrum

Mehrere SVP-Kantonsräte befürchten nun, dass die Sparpläne zu Tausenden von zusätzlichen Lastwagenfahrten führen könnten. Würde beispielsweise die Sammelstelle Thalheim nicht mehr von der Bahn bedient, wären das gemäss ihren Berechnungen zusätzliche 1000 Lastwagen pro Jahr, die sich durch die Landgemeinden schlängeln würden - ganz zu schweigen von der Fahrt auf der ohnehin überlasteten A1 und mitten ins Zürcher Stadtzentrum.

In einer Anfrage an den Regierungsrat wollten die Parlamentarier deshalb wissen, ob sich die Regierung gegen die Schliessung der Abgangsbahnhöfe einsetzen wird.

In seiner Antwort, die am Donnerstag publiziert wurde, versucht der Regierungsrat, die Parlamentarier zu beschwichtigen. Bei den im Kanton Zürich ins Auge gefassten Schliessungen gehe es nur um Bedienpunkte, die im Schnitt weniger als zwei Wagen pro Tag hätten.

SBB Cargo habe dem Kanton Zürich ausserdem zugesichert, dass vor einer allfälligen Schliessung eines Abgangsbahnhofes Alternativen geprüft würden, etwa die Verlagerung an einen anderen Ort.

Wie es bei den SBB auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess, ist noch nicht sicher, welche Stellen im Kanton Zürich geschlossen werden. Dieser Prozess dauere noch bis Ende Jahr. Bis dahin wolle man sich nicht zu einzelnen Standorten äussern.

SBB Cargo bedient gegenwärtig noch 344 Bedienpunkte in der ganzen Schweiz, im Kanton Zürich sind es 40. In diesen Zahlen sind allerdings auch Bedienpunkte enthalten, an denen andere Güter auf die Schiene verladen werden als Getreide.

Dieses Netz von Bedienpunkten soll nun aus Kostengründen "an der Verkehrsnachfrage und an betriebswirtschaftlichen Kriterien" ausgerichtet werden.