Arbeit

SBB-Baustelle: Monatslohn von 3000 Franken für 60 Arbeitsstunden pro Woche

60 Arbeitsstunden pro Woche und  ein Monatslohn von 3000 Franken.

60 Arbeitsstunden pro Woche und ein Monatslohn von 3000 Franken.

Die Gewerkschaft Unia moniert einen arbeitrechtlichen Missstand auf der SBB-Baustelle für den Zürcher Durchgangsbahnhof Löwenstrasse. Die SBB geht den Vorwürfen nach und wird gegebenenfalls bei den betreffenden Firmen durchgreifen.

Wie die Unia am Donnerstag mitteilte, wurden bei einer Kontrolle letzte Woche einige Polen entdeckt, die als «Scheinselbstständige» dort arbeiteten, und zwar zu miserablen Bedingungen: Bei 60 Arbeitsstunden pro Woche erhielten sie einen Monatslohn von gerade mal 3000 Franken, so die Unia.

Die Männer waren von einer der Firmen angestellt, die im Auftrag der SBB auf der Baustelle tätig sind. Laut Unia wurden zwei der Polen von ihrem Vorgesetzten nach Hause geschickt. Der noch ausstehende Lohn sei ihnen nicht ausbezahlt worden. Die Gewerkschaft fordert die Schliessung der Baustelle, «bis die Arbeiter zu ihrem Recht kommen».

SBB-Sprecher Daniele Palecchi sagte auf Anfrage, die SBB werde den Vorwürfe sofort nachgehen. Sollten sie sich erhärten, so werde man in aller Schärfe gegen dieses Vorgehen von Drittfirmen protestieren. Es sei klar, dass die SBB dieses nicht akzeptiere.

Die Auftragsfirmen seien vertraglich «glasklar verpflichtet, die arbeitsrechtlichen Vorschriften einzuhalten», sagte Palecchi. Daran gebe es nichts zu rütteln.

Das kantonale Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA), in dessen Auftrag die Arbeitskontrollen stattfinden, äusserte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall. Den Inhalt solcher Kontrollen kommuniziere man nicht, sagte eine Sprecherin. Im übrigen handle es sich um ein laufendes Verfahren.

Meistgesehen

Artboard 1