Zürich
Sanierung der Hardbrücke beendet- ein Monat früher als geplant

Nach gut zweieinhalb Jahren sind die Sanierungsarbeiten an der Hardbrücke in Zürich-West abgeschlossen. Ebenfalls vor dem Abschluss stehen die Bauarbeiten entlang der Pfingstweidstrasse mit der neuen Tramlinie Zürich-West.

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Die Baustelle auf der Hardbrücke in Zürich (Archiv)

Die Baustelle auf der Hardbrücke in Zürich (Archiv)

Keystone

Nach einem komplizierten Ablaufplan werden am Sonntag auf der Hardbrücke letzte Markierungen, Signalisationen und Wegweisungen angebracht und die Abschrankungen bei den Auf- und Abfahrtsrampen entfernt. Zudem werden Abschnitt für Abschnitt die neuen Steuerungs- Programme der Verkehrsregelungsanlagen aktiviert.

Für den Verkehr offen

Bis gegen Abend seien alle Auf- und Abfahrten und alle Spuren auf der Hardbrücke für den Verkehr offen, sagte Martin Guggi, der stellvertretende Direktor der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich, am Donnerstag vor den Medien. Die erste Bewährungsprobe stehe am Montag bevor, wenn Berufspendler die baustellenfreien Hauptverkehrsachsen befahren.

Um bei Störungen schnell reagieren zu können, sind in der Anfangsphase rund 25 Personen im Einsatz. 10 Leute sind vor Ort und informieren laufend die temporäre Verkehrsleitstelle über die Verkehrsentwicklung.

Die Verkehrsbeobachtung werde auch in den nächsten Monaten weiter geführt, erklärte Guggi. Ein erstes aussagekräftiges Fazit zur Verkehrsentwicklung sei im Frühjahr 2012 zu erwarten.

Kredite unterschritten

Seit Beginn der Bauarbeiten im Mai 2009 wurden 122 Brückenpfeiler saniert, 7,1 Kilometer Vorspannkabel verlegt sowie 5,3 Kilometer Geländer und Leitschranken moniert. Zudem wurden 6500 Tonnen Belag ab- und 11'300 Tonnen neu eingebaut. Für den Fuss- und Veloverkehr wurde vom Hardplatz ein direkter Zugang auf die Brücke gebaut und auf beiden Seiten des Bahnhofs Hardbrücke eine Veloplattform erstellt.

Die Sanierung der Hardbrücke hat 105 Millionen Franken gekostet. Der bewilligte Kredit sei unterschritten worden, sagte der stellvertretende Stadtingenieur Vilma Krähenbühl. Von der sanierten Brücke profitierten sowohl Autofahrende als auch Fussgänger, Velofahrer und dank eigener Busspur die Buspassagiere.

230 Millionen Franken investiert haben Bund, Kanton und die Stadt Zürich in den Bau der neuen Tramlinie Zürich-West und die Umgestaltung der Pfingstweidstrasse. Die Reserve auf den ursprünglich bewilligten Kredit betrage rund 30 Prozent, hiess es an der Medienkonferenz.

Strasse mit Boulevard-Charakter

Durch eine grosszügige Gestaltung, einem abgestimmten Fahrkonzept und einer speziellen Anordnung von Bäumen habe die Pfingstweidstrasse einen Boulevard-Charakter erhalten, stellte Krähenbühl fest. Das Schotterrasentrassee für das Tram unterhaltsarm und lärmmindernd. Erstmals fahrplanmässig befahren wird das Trassee zwischen Escher-Wyss-Platz und dem Bahnhof Zürich-Altstetten am 11. Dezember.

Mit der Tramlinie und dem Umbau der Pfingstweidstrasse wurde auch der nächtliche Auftritt des Strassenraums neu gestaltet. Umgesetzt wurde dabei das städtische Beleuchtungskonzept «Plan Lumière». Die Beleuchtung ist so konzipiert, dass keine direkte Lichtabstrahlung in den Nachthimmel resultiert. Erst im Dezember in Betrieb genommen wird die Beleuchtung unter der Hardbrücke.

Weit fortgeschritten sind die Bauarbeiten zu den Flankierenden Massnahmen zur Westumfahrung. Bis Sommer 2012 folgen die letzten Deckbeläge in der Werd-, Manesse- und Aegertenstrasse. Zürich-Nord sei seit dem Baus des Trams Schwamendingen die grösste Baustelle der Stadt gewesen, erklärte Krähenbühl.

Nächstes Projekt bereits in der Pipeline

Derzeit beim Kanton liegt das dritte Begehren der Stadt für das Bauprojekt Rosengarten-/Bucheggstrasse. Eine Lösung zu finden, die beide Seiten zufrieden stelle, sei nicht einfach, sagte Krähenbühl. Im Planauflageverfahren, das Mitte 2012 anlaufen soll, werde mit Einsprachen gerechnet.

Zwischen Hardbrücke und Bucheggtunnel müssen Mischabwasserkanal und Verteilleitungen ersetzt werden. Wegen des intensiven Verkehrs ist eine herkömmliche Grabenbauweise nicht möglich. Deshalb wird laut Krähenbühl das Microtunneling-Verfahren angewendet. Dabei wird zuerst ein Bohrkopf und anschliessend mit einer Presse das Rohrprofil vorangetrieben.