Rücktritt

Ruth Genner tritt bei den Gesamterneuerungswahlen 2014 nicht mehr an

Wieder gesund: Ruth Genner.

Wieder gesund: Ruth Genner.

Die Grüne Zürcher Stadträtin Ruth Genner tritt zu den Gesamterneuerungswahlen 2014 nicht mehr an. Die 57-Jährige hatte Mitte Januar wegen Herzproblemen ihre Arbeit zwei Monate lang niederlegen müssen.

Die grüne Zürcher Stadträtin Ruth Genner tritt im Frühjahr 2014 zurück. 27 Jahre in der Politik seien genug, sagte sie am Donnerstag vor den Medien in Zürich. Während einer Auszeit wegen gesundheitlicher Probleme entschied die 57-Jährige, bei den Gesamterneuerungswahlen nicht mehr anzutreten.

«Jetzt bin ich gesund», sagte Genner. Sie habe aber während ihrer Auszeit gesehen, dass es noch etwas anderes gebe als die Politik. Die Vorsteherin des Entsorgungs- und Tiefbaudepartementes musste Anfang Jahr wegen Herzproblemen zwei Monate lang pausieren. Danach hatte sie ihre Geschäfte Schritt für Schritt wieder aufgenommen.

Bis zu den Erneuerungswahlen bleibt Genner Departementsvorsteherin. Sie werde das Amt mit viel Freude weiterführen, sagte die grüne Stadträtin. «Ich werde mir aber Sorge tragen in dieser Zeit.» Arbeitstage von 12 bis 15 Stunden zehrten schon an den Kräften.

Kein politisches Amt mehr

«Als ich das erste Mal im Kantonsrat sass, war meine Tochter drei Jahre alt. Wenn ich im nächsten Jahr zurücktrete, ist mein Enkelkind gerade etwa so alt», sagte Genner. Sie habe eine ganze Generation lang politisiert. Das sei genug, sagte sie.

Genner betonte, dass sie nach ihrem Rücktritt kein politisches Amt mehr ausüben werde. «Was ich danach mache, weiss ich noch nicht», sagte sie. Als Bereiche, in denen sie Spuren hinterlassen habe, nannte die Stadträtin etwa die Verbesserung der Lebensqualität durch neue Parks und Wege, den Masterplan Velo, die Parkplatzverordnung oder Kunst im öffentlichen Raum.

2008 wurde Genner als Nachfolgerin ihrer Parteikollegin Monika Stocker in die Stadtzürcher Regierung gewählt. Sie übernahm damals vom SP-Stadtrat Martin Waser das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement. Zuvor sass sie je zehn Jahre lang im Kantons- und im Nationalrat und war Präsidentin der Grünen Partei Schweiz.

Sitz verteidigen

Die Grünen der Stadt Zürich wollen ihren zweiten Sitz in der Regierung - der ehemalige Polizeivorsteher Daniel Leupi übernimmt im Juni die Finanzen - halten. «Wir verfügen über gutes Personal», sagte Co-Präsident Christoph Hug vor den Medien. Die Bewerbungsfrist läuft nur noch bis am 2. Juni.

Bereits an ihrer Versammlung vom 9. Juli sollen die Parteimitglieder die Nomination vornehmen. Gemäss Hug haben bereits schon Kandidaten ihr Interesse angemeldet. «Der Entscheid von Ruth Genner kam ja nicht überraschend.»

Leupi: «1. Mai sicherheitspolitisch saniert»

Wieder zur Wahl stellen wird sich im nächsten Jahr der designierte Finanzvorsteher Daniel Leupi. Er sei sehr motiviert für eine zweite Legislatur, sagte er vor den Medien. «Ich verlasse das Polizeidepartement mit etwas Wehmut», sagte er. Diese Arbeit sei sehr herausfordernd, aber auch spannend gewesen.

Am meisten Spannungspotenzial habe jeweils der 1. Mai geboten. «Ich würde sagen, der Tag der Arbeit ist sicherheitspolitisch saniert», sagte er. Endlich stünden wieder die Inhalte im Vordergrund. Als weitere Schwerpunkte seiner Arbeit nannte Leupi die Polizeiverordnung, den ersten Sicherheitsbericht oder die Prostitutionsverordnung.

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