Zürich
Rund 94'000 Franken Schaden bei unbewilligter Frauendemo

Bei der unbewilligten Kundgebung im März zum "internationalen Frauenkampftag" ist ein Schaden von rund 94'000 Franken entstanden. Gegen 1400 Frauen hatten am Samstag, 11. März, in Zürich für gleiche Rechte und gegen Faschismus, Krieg und Patriarchat demonstriert.

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Rund 1400 Personen haben an der unbewilligten Demo teilgenommen. (Symbolbild)

Rund 1400 Personen haben an der unbewilligten Demo teilgenommen. (Symbolbild)

Keystone

Zum "internationalen Frauenkampftag" hatte das Frauenbündnis Zürich aufgerufen. Dieses hatte kein Bewilligungsgesuch eingereicht, wie es in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort des Stadtrates auf eine Interpellation von zwei SVP-Gemeinderäten heisst.

Bei der Demonstration waren zwei Personen vorläufig festgenommen worden. Die Polizei hatte während der Kundgebung aber keine Personenkontrollen durchgeführt. "Personenkontrollen oder eine Auflösung der Demonstration wären voraussichtlich nur mit polizeilichen Gewaltmitteln und einer Gefährdung der Teilnehmenden möglich gewesen", schreibt der Stadtrat.

Dies war aus Sicht der Polizei jedoch "nicht verhältnismässig": Mit rund 1400 Teilnehmenden habe es sich um einen relativ grossen Demonstrationsumzug gehandelt, und unter den Teilnehmenden befanden sich zudem etliche Frauen mit Kleinkindern oder gar Babys.

Die Teilnehmerinnen waren mit Musik, Plakaten und Sprechchören durch die Innenstadt gezogen. Einige wenige Frauen waren vermummt. Sie klebten Plakate und sprayten Parolen entlang des Demonstrationszugs. Es wurden Anzeigen für einen Sachschaden von insgesamt rund 94'000 Franken eingereicht.

Demo am Frauentag gestoppt

Drei Tage vor dieser Demo - am Mittwochabend, 8. März - hatte die Zürcher Stadtpolizei einen unbewilligten Umzug im Zusammenhang mit dem Frauentag in der Langstrasse hingegen gestoppt. Polizisten waren mit Böllern und Petarden angegriffen worden. Die Polizei setzte Reizstoffe und Gummischrot ein.

Dabei wurden 95 Frauen kontrolliert, die alle in der Schweiz wohnen, wie es in einer weiteren am Donnerstag veröffentlichten Antwort des Stadtrates auf eine Schriftliche Anfrage von zwei SVP-Gemeinderäten heisst. Alle kontrollierten Personen wurden unter anderem wegen der Teilnahme an einer unbewilligten Demo verzeigt. Es entstand ein Sachschaden von rund 9600 Franken.