"Die Einwendungen zur BZO betreffen unterschiedlichste Aspekte der Teilrevision", sagte André Odermatt (SP), Vorsteher des Hochbaudepartementes, am Donnerstag vor den Medien. Ein einheitliches Bild ergebe sich nicht. Das liege jedoch auch in der Natur der Sache eines öffentlichen Mitwirkungsverfahrens.

Einwendungen sind keine Rekurse, sondern Beiträge von Bürgerinnen und Bürgern sowie Interessengruppen im Rahmen der öffentlichen Auflage. Diese dauerte vom 24. Oktober -24. Dezember 2013. Die Ablehnung von Einwendungen muss in einem Bericht kurz begründet werden.

Die Anzahl der Einwendungen bewegt sich gemäss Odermatt "im erwarteten Rahmen". Bei der BZO-Revision 1999 gingen beispielsweise rund 440 Schreiben ein.

Am häufigsten kritisiert wurden laut Odermatt drei Punkt: das sogenannte Zürcher Untergeschoss, die neue Wohnzone W3b sowie die Kooperative Planung und der Programm-Artikel 4b. Hier gehe man nochmals über die Bücher und hoffe, mehrheitsfähige Lösungen zu finden.

Für die umstrittene Bestimmung betreffend des "Zürcher Untergeschosses" sollen beispielsweise Vorschläge erarbeitet werden, welche die Nachteile der alten Regelung beheben, ohne dass es zu Ausnützungsverlusten kommt.

Momentan kann ein UG sozusagen als zusätzliches Geschoss genutzt werden, wenn es zehn Zentimeter im Boden versenkt ist. Nach neuer BZO muss es zur Hälfte im Boden stecken, und es kann auch nur noch zu 60 Prozent für Wohnen und Arbeiten genutzt werden.
Lob und Kritik auch vom Kanton

Der Kanton attestiert der Stadt bei der Ausarbeitung der BZO eine "sorgfältige Herangehensweise und eine intensive Auseinandersetzung mit ihrer zukünftigen Entwicklung". Insbesondere begrüsst er auch die Regelung für die Industrie- und Gewerbezonen sowie für die Erdgeschossnutzungen.

Plausibel erscheinen ihm auch die Einführung der neuen Wohnzone W3b, welche die Ausnützung mit Hilfe von Arealüberbauungen verringert, sowie die Baumschutzgebiete. Allerdings sei die Zuweisung der betroffenen Gebiete "nicht überall nachvollziehbar".

Den Programm-Artikel 4b hält der Kanton in der vorliegenden Form "für nicht genehmigungsfähig", da für die Festlegung eines Mindestwohnanteils für die Kostenmiete die gesetzliche Grundlage fehlt. Odermatt lässt ihn überarbeiten. Er soll so formuliert werden, dass er genehmigungsfähig ist.

Deutlicher herausgearbeitet werden soll zudem, wo in Ergänzung zu den Ausnutzungsreserven künftig zusätzliche Aufzonierungen und damit mehr Platz für Wohnungen und anderen Nutzungen möglich sein sollen. Der Kanton verlangt von der Stadt Zürich den planerischen Nachweis, dass bis 2030 für rund 70‘000 zusätzliche Bewohnerinnen und Bewohner Wohnraum geschaffen werden kann.
Weniger Einwendungen gegen Richtplan-Revision

Parallel zur BZO ist der Stadtrat im Auftrag des Kantons auch daran, den regionalen Richtplan zu revidieren. Zur dieser Gesamtrevision sind 50 Einwendungen eingegangen.

Während die BZO parzellengenau und eigentumsverbindlich festlegt, wo was gebaut werden darf, sind im Richtplan die langfristigen Perspektiven behördenverbindlich festgelegt. Beide überarbeiteten Vorlagen will der Stadtrat im Herbst an den Gemeinderat überweisen. Bevor sie in Kraft treten können, müssen sie vom Regierungsrat genehmigt werden.