Wie gewohnt werden auch zahlreiche chancenlose Klein- und Kleinst- Parteien ihr Glück versuchen. Erstmals ins Nationalratsrennen steigen wollen beispielsweise die Interessengemeinschaft Antifeminismus, die Anti-PowerPoint-Partei und die Piratenpartei.

Der kantonale Wahlleiter Giampiero Beroggi, Chef des Statistischen Amtes, rechnet aufgrund des Interesses an den Unterlagen für die Nationalratswahl damit, dass «etwas mehr als 30 Listen» eingereicht werden. Vor vier Jahren waren es 29 Listen.

Bis am 11. August haben die Parteien Zeit, um ihre Listen beim Statistischen Amt des Kantons Zürich abzugeben. Erste Wahlvorschläge liegen laut Beroggi schon vor. Für die Gültigkeit sind mindestens 400 beglaubigte Unterschriften von im Kanton Zürich stimmberechtigten Personen nötig.

Die bereits im Nationalrat vertretenen sieben Parteien haben ihre Listennummer bereits erhalten und zwar 1 bis 7 nach der Grösse ihrer bisherigen Vertretung in der Grossen Kammer. Die Auslosung der übrigen Listennummern findet am 19. August statt.

Höchstens zwei Unterlisten

Die grösseren Parteien traten bei den Wahlen 2007 mit bis zu vier Unterlisten an. Diesmal sind es höchstens zwei, in der Regel solche der Jungparteien, aber auch Sonderlisten mit Auslandschweizern.

Mit der grössten Zahl von Kandidierenden zogen vor vier Jahren die Grünen in den Wahlkampf. Es gab neben der Hauptliste und den Unterlisten der Jungen und der über 55-Jährigen auch eine Unternehmer- und eine Migrationsliste. Bei diesen Wahlen begnügt sich die Partei sich mit einer Unterliste, der generationenübergreifende Liste «Junge Grüne und Alte Füchse».

Die SVP reicht noch eine Unterliste der Jungen und eine der Auslandschweizer ein. Auf eine «Auto-Liste» wie vor vier Jahren verzichtet die Partei. Die FDP kommt wie gewohnt mit einer Liste der Jungfreisinnigen. Auf eine internationale Liste verzichten die Freisinnigen, die Vertreterin der im Ausland lebenden Zürcherinnen und Zürcher figuriert auf der Hauptliste.

Die SP geht den umgekehrten Weg, sie tritt neu mit einer Liste mit Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern an. Zudem reichen - wie früher - auch die JUSO eine eigene Liste ein, obwohl auch zwei JUSO-Mitglieder auf der SP-Hauptliste stehen.

Wie die Grünen hat auch die CVP eine gemeinsame Liste von jungen und älteren Mitgliedern zusammengestellt. Ausschliesslich mit Jungen besetzt ist die Unterliste der EVP, vor vier Jahren hiess die Liste noch «Pfarrer Sieber und Junge». Die GLP tritt erstmals mit einer Unterliste der Jungpartei an.