Winterthur
Rund 191 Beschwerden: Ombudsfrau Viviane Sobotich rege gefragt

Auch 2016 ist die Ombudsstelle Winterthur rege gebraucht worden: 191 Beschwerden sind im vergangenen Jahr eingegangen, im Vorjahr war es ein Fall weniger. Insgesamt konnte Ombudsfrau Viviane Sobotich 195 Fälle erledigen, acht Fälle waren Ende Jahr noch pendent.

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Die meisten Fälle mit rund 86 Anfragen betrafen das Departement Soziales.

Die meisten Fälle mit rund 86 Anfragen betrafen das Departement Soziales.

Zur Verfügung gestellt

Zwölf der abgeschlossenen Fälle wurden durch Rückzug erledigt, wie Sobotich in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht 2016 schreibt. Die restlichen 183 Fälle wurden durch Vermittlung, mit einem Schlussbericht oder Information und Beratung abgeschlossen.

Mit 86 betrafen die meisten Fälle das Departement Soziales, gefolgt vom Departement Schule und Sport (32 Fälle) und Departement Sicherheit und Umwelt (25 Fälle).

Wie Sobotich im Jahresbericht schreibt, informiert die Ombudsstelle über die Rechtslage, berät über das weitere Vorgehen, klärt ab und überprüft, nimmt in geeigneter Weise Stellung und vermittelt in Konfliktfällen. Im Zentrum stehe die Vermittlung, also die Suche nach Lösungen.

Schriftliche Empfehlung als schärfstes Mittel

Als Ombudsfrau habe sie keine Weisungsbefugnisse gegenüber der Verwaltung, heisst es weiter. Sie könne also weder Anordnungen treffen noch aufheben. Das schärfste Mittel sei die schriftliche Empfehlung.

Dies musste sie beispielsweise bei einem Kreisschulpräsidenten in Winterthur einsetzen, der weder auf Sobotichs Anfragen reagierte noch seine Haltung zur Problemstellung begründete und auch keine Unterlagen einreichte.

Beim Fall ging es um einen Lehrer, der nach Problemen mit einem neuen Vorgesetzten kündigte und darauf ein schlechtes Zeugnis erhielt, obwohl er sich während über 20 Jahren sehr für die Schule engagiert und auch gute Mitarbeiterbeurteilungen (MAB) erhalten hatte. Erst nach Einreichen eines Rekurs bei der Bildungsdirektion erhielt der Lehrer ein vollständig angepasstes Zeugnis.

Sobotich schreibt weiter, dass sie immer wieder unterschiedlichsten Sichtweisen und Vorstellungen begegne. In einem Konflikt sei es jedoch zentral, nicht nur die eigene, sondern auch andere Ansichten genauer zu betrachten und ihre Hintergründe zu verstehen.