Es geht um eine Stunde, die sich im Lohnausweis niederschlagen kann: In den 1. bis 3. Regelklassen auf der Primarschule gelten für eine Lehrperson 29 Wochenlektionen als Vollpensum. In den übrigen Primarschulklassen sind es 28 Lektionen.

Eine Englischlehrerin unterrichtet seit Sommer 2012 in einer Zürcher Schulgemeinde zwölf Lektionen an der Unterstufe, elf Lektionen an der Mittelstufe.

Gemäss langjähriger Praxis berechnete das Volksschulamt das Pensum der Lehrerin auf der Basis von 29 Wochenlektionen, weil sie mehr Stunden an der Unterstufe als an der Mittelstufe unterrichtet. Für die insgesamt 23 Lektionen ergab dies ein Pensum - und einen Lohn - im Umfang von 79,31 Stellenprozenten.

Hätte die Frau hingegen nur elf Lektionen an der Unter-, aber zwölf an der Mittelstufe unterrichtet, wäre ihr Pensum - trotz zusammengezählt unverändert 23 Lektionen - auf 82,14 Prozent festgelegt worden. Weil in diesem Fall die 28 Wochenlektionen als Basis herangezogen worden wäre.

Differenzierung gefordert

Diese Praxis nach dem Mehrheitsprinzip stuft das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, an das die Lehrerin mit einer Beschwerde gelangt ist, für unhaltbar ein. Denn die Praxis des Volksschulamtes sei mit dem Rechtsgleichheitsgebot unvereinbar, schreibt das Gericht in einem Urteil, das am Dienstag im Internet veröffentlicht wurde.

Der Unterschied von 29 und 28 Wochenlektionen als Vollpensen hält das Gericht grundsätzlich für sinnvoll: Der Vor- und Nachbereitungsaufwand pro Lektion sei an der Mittelstufe höher als an der Unterstufe. "Diese Differenzierung erscheint nachvollziehbar und sachgerecht."

Die Differenzierung muss gemäss Gericht aber auch bei Lehrpersonen gemacht werden, die sowohl an der Unter- als auch an der Mittelstufe unterrichten. Aus Gründen der Gleichbehandlung und der Lohngleichheit seien die beiden Pensen jeweils separat zu berechnen, fordert das Verwaltungsgericht. Es kommt im vorliegenden Fall deshalb auf ein Pensum von insgesamt 81,12 Prozent.

Der Unterschied dürfte, wie dem Urteil indirekt zu entnehmen ist, auf dem Lohnausweis jährlich rund 2500 Franken ausmachen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.