Was haben Geri Müller, Stadtamman von Baden, und der ehemalige Unia-Gewerkschafter Roman Burger gemeinsam? Sie beide fielen in der Öffentlichkeit durch Sexskandale auf. Müller flog vor zwei Jahren mit Nackbildern auf, welche er an eine damals 33-jährige Chatpartnerin verschickte. Roman Burger geriet ins Interesse der Öffentlichkeit, nachdem Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen ihn laut wurden. Am vergangenen Freitag hat ihn die Unia-Geschäftsleitung per sofort freigestellt.

Alphatiere und Erfolgsmenschen - viele Machtmenschen lieben das Risiko und nutzen ihre Position hemmungslos aus. Auch eine Holländische Studie belegt, dass Führungsmenschen häufiger fremdgehen als die Angestellten.

Weder Geri Müller noch Roman Burger haben jedoch damit gerechnet, dass die Sexskandale einmal auffliegen können, vermutet Sexualtherapeutin Dania Schiftan. "Diese Möglichkeit blenden sie aus. Das passiert immer wieder, wenn Männer erregt sind", sagt sie gegenüber "TeleZüri". Die Männer würden sich in das Abenteuer stürzen und seien anschliessend "extrem" überrascht, wenn sie schlussendlich auffliegen. 

Unia bedauert die Roman Burger-Affäre

16.9.2016: Unia bedauert die Roman-Burger-Affäre

Frauen haben sich besser unter Kontrolle

Dies bestätigt auch Thomas Steiner, Fachpsychologe für Psychotherapie: "Ein mächtiger Mann versucht, die soziale Abhängigkeit der Angestellten auszunutzen." Er probiere mit falschem Selbstbewusstsein den Stärkeren zu markieren. Es könne auch eine gewisse Lust dahinterstecken, in welcher er seine Macht auskosten will, um zu testen, ob er damit sein Ziel erreichen kann.

Bei Frauen ist das anders: Obwohl sie statistisch gesehen etwa gleich häufig fremdgehen wie Männer, fliegen sie dennoch weniger auf. Schiftan hat dafür eine einfache Erklärung: Frauen haben sich besser unter Kontrolle. "Auch in Situationen hoher Erregung hat das weibliche Geschlecht den Fokus auf verschiedenen Sachen und wird weniger schnell abgelenkt", erklärt sie.