Aesch
Roger Köppel: Publikum wünscht ihm Glück für Bern

Er hat ein Gefühl für Timing: Weltwoche-Chef Roger Köppel referiert über das «Erfolgsmodell Schweiz». Den meisten Applaus heimst er aber wegen seiner Nationalratskandidatur ein.

Kathrin Fink (Text und Foto)
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Roger Köppel sieht sich als Bewahrer der Schweizer Neutralität.

Roger Köppel sieht sich als Bewahrer der Schweizer Neutralität.

Besser hätte das Timing nicht sein können. Schon vor einiger Zeit hatte die SVP Aesch Weltwoche-Chef Roger Köppel zu einem Referat eingeladen. Damals wusste noch niemand, dass der Journalist und Verleger diesen Herbst für die SVP in den Nationalrat will.

Bei dem Echo, das diese Nachricht letzte Woche auslöste, verwunderte es deshalb nicht, dass der Aescher Gemeindesaal an diesem Donnerstagabend voll war.

Bereits bei der Begrüssung durch Gemeinderat und SVP-Kantonsratskandidat Diego Bonato zeigte sich, dass der Grossteil des Publikums die politischen Ambitionen des prominenten Gastes begrüsst. «Roger Köppel ist ja nun nicht mehr parteilos», bemerkte Bonato und ernte dafür lautstarken Applaus.

«Köppel möge bitte eingreifen»

Köppel selber erklärte gewohnt pointiert, wieso die Schweiz für ihn ein Erfolgsmodell sei und es dieses zu schützen gelte. So sehe er sich als Beschützer der drei Säulen Neutralität, Föderalismus und direkte Demokratie, die in akuter Gefahr seien.

«Wenn das Haus brennt, redet man nicht über die neue Küchentapete», stellte er einen Vergleich zur Strategie her, die seiner Meinung nach in Bern gefahren wird. Er wolle gemeinsam mit dem Volk den Brand löschen.

Im Gemeindesaal fand er für dieses Vorhaben grossen Zuspruch. Während der anschliessenden Fragerunde gab es kaum Widerworte. Im Gegenteil. Die meisten Votanden wollten Köppel vor allem alles Gute wünschen: «Nachdem was ich heute Abend gehört habe, bin ich zuversichtlich, dass Roger Köppel das in Bern durchzieht», meinte einer von ihnen.

Ein Anderer sagte, dass der jetzige Bundesrat kein Schweizer Herz habe und Roger Köppel doch bitte eingreifen möge. Schliesslich wollte aber doch jemand wissen, was der Bundesrat im Bezug auf die Masseneinwanderungsinitiative denn richtig machen solle, nachdem Köppel vor allem erklärte hatte, was die Regierung alles falsch mache.

«Im schlimmsten Fall die bilateralen Verträge mit der EU kündigen», lautete die Antwort.

Und dann, zum Schluss kam der Weltwoche-Chef noch einmal auf die ihm so wichtige Souveränität des einzelnen Bürgers zurück: «Wenn ich dann in Bern bin, bin nicht ich der Chef, sondern sie.» Das Publikum freute sich auch darüber.