Längliche Gruben deuteten möglicherweise auf Standorte von Webstühlen hin, teilte die Zürcher Baudirektion am Dienstag mit. Daneben seien bislang Spuren von rund 400 Pfosten entdeckt worden, die von weiteren Gebäuden oder Baumassnahmen wie etwa Zäunen stammen.

Einige dieser Pfostenlöcher stehen in regelmässig angeordneten parallelen Reihen und bilden Hausgrundrisse. Bei diesen Gebäuden dürfte es sich laut Kantonsarchäologie um Wohnhäuser handeln. Brandgerötete Stellen sowie Konzentrationen von Holzkohle und Hitzesteinen deuteten auf Feuerstellen hin.

Bisher geborgene Fundobjekte stammten aus der Zeit des 6. und 7. Jahrhunderts. Gefunden wurden etwa Glasperlen und Messerklingen, aber auch diverse römische Münzen, zwei römische Fingerringe sowie Teile mehrerer römischer Fibeln.

Für die Archäologen ist die Rettungsgrabung auf der Baustelle des Hochwasserbeckens Hegmatten von grossem Interesse. Oberwinterthur war in römischer Zeit eine kleinstädtische Siedlung.

Im 6. und 7. Jahrhundert wurde in der spätrömischen Befestigung auf dem Kirchhügel eine erste Kirche gebaut. In diese Zeit gehöre auch die neu entdeckte Siedlung in der Hegmatten, schreibt die Baudirektion. Die Grabungsarbeiten dauern noch bis Ende dieses Jahres.