Ritalin und andere Psychopharmaka werden an Kinder und Jugendliche viel häufiger als früher abgegeben, doch könne man aufgrund einer Studie davon ausgehen, dass die Ärzte und Psychotherapeuten mit der Verschreibung dieser Medikamente im Allgemeinen verantwortungsvoll umgingen. Das schreibt der Regierungsrat zu einem Postulat von Peter Schulthess (SP, Stäfa), das der Rat im Jahr 2008 überwiesen hat.

Der Kantonsrat sah keinen Anlass, an den Schlüssen der Fachstelle Gesundheitswissenschaften der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, welche die Studie durchgeführt hat, und des Regierungsrats zu zweifeln. Obschon sich die Verschreibung der Psychopharmaka innerhalb von zehn Jahren verdoppelt hat, konnte der Verdacht ausgeräumt werden, dass man mit der Abgabe von Medikamenten die Patienten auf billige Art und Weise ruhigstellen wollte, statt ihnen die kostspieligere Methode von Psychotherapie durch Spezialisten zukommen zu lassen.

Schulthess meinte denn auch, er sehe keine Notwendigkeit mehr, ein umfassendes Monitoring durchzuführen. Es genüge, wenn man das Problem weiterhin im Auge behalte.

Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger sicherte das zu. Man sei sensibilisiert. Er betonte, die Verantwortung über den Einsatz der richtigen Mittel obliege den Therapeuten und Ärzten. Aus dem Parlament wurde vorgebracht, von missbräuchlichem Einsatz von Ritalin und ähnlichen Mitteln könne man nicht sprechen.

Manchmal sei der Einsatz solcher Mittel unumgänglich, um eine Beruhigung herbeizuführen. Heidi Bucher (Grüne, Zürich) liess zwar durchblicken, ihrer Meinung nach bestehe die Gefahr der übermässigen Abgabe von Ritalin weiterhin, aber auch sie war der Meinung, das 2008 überwiesene Postulat könne als erledigt abgeschrieben werden.

Das wurde denn auch einhellig beschlossen.