Nachfolge Vollenwyder
Richard Wolff setzt auf Sachkenntnis, Erfahrung und Engagement

Mit Sachkenntnis und Glaubwürdigkeit will AL-Stadtratskandidat Richard Wolff die Stimmberechtigten am 3. März überzeugen. Zürich solle eine lebendige, vielfältige Stadt sein, in der nicht das Geld diktiert, wer hier leben, arbeiten und wohnen darf.

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Der Zürcher Stadtratskandidat Richard Wolff.

Der Zürcher Stadtratskandidat Richard Wolff.

Keystone

Dieses Ziel wolle er mit "Vehemenz und vollem Einsatz erreichen". Der 55-Jährige präsentierte am Dienstag vor den Medien die sechs Kernpunkt, die er in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs stellt. Vier davon sind Ziele, die sich die Zürcherinnen und Zürcher in Volksabstimmungen selbst gesetzt haben: Mehr bezahlbare Wohnungen, Ausbau der Kinderbetreuung, Reduktion des Autoverkehrs und Kurs auf die 2000-Watt-Gesellschaft.

"Diesen Grundsatzentscheiden müssen jetzt Taten folgen", sagte Wolff, der seit 2010 Mitglied des Gemeinderats ist. Ausserdem will er sich für bezahlbare Räume für Kreative, Innovative und für das Kleingewerbe einsetzen. "Die Stadt droht sonst zu veröden", warnte Wolff. Steuergeschenken an Banken, Immobilien-Haie und Versicherungen sagte er dagegen den Kampf an.

Qualifikation und Glaubwürdigkeit

Um zu belegen, dass er der Richtige für den Stadtrat ist, kann Wolff auf 30 Jahre Engagement in verschiedensten kulturellen, verkehrs- und umweltpolitischen Initiativen und Organisationen verweisen; darunter beispielsweise die Rote Fabrik, der Mieterverband oder der Runde Tisch Gesundheit und Verkehr.

Als Dozent für Städtebau und Stadtentwicklung an der ZHAW Winterthur und Mitinhaber des INURA Instituts hat Wolff zahlreiche Publikationen zum Thema urbaner Raum veröffentlicht. Er selbst wohnt in einer selbstverwalteten Wohngenossenschaft, die er gegründet und mitaufgebaut hat.

Und als Vater dreier Söhne, der sich die Erziehungsarbeit mit seiner Partnerin gleichmässig geteilt hat, kennt Wolff die Bedürfnisse von Familien mit Kindern und die Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus eigener Erfahrung.

Nach parteitaktischen Kriterien sei Wolff vielleicht chancenlos, sagte AL-Kantonsrätin Judith Stofer. "Aber Richard Wolff ist der am besten qualifizierte Kandidat und der glaubwürdigste." Und "Zürich braucht einen Wolff. Mit Biss", wie es auf den Wahlplakaten heisst. Stadtratswahlen seien Personenwahlen, betonte Katharina Prelicz-Huber, alt Nationalrätin Grüne.

"Kein Wolff, der Kreide frisst"

Denjenigen, die im Vorfeld der Wahlen Bedenken wegen der ausgewogenen Zusammensetzung des Stadtrats geäussert haben, hält AL-Gemeinderat Niklaus Scherr entgegen, dass die SVP als weitaus stärkste bürgerliche Partei seit 20 Jahren nicht im Stadtrat vertreten sei und es auch in Genf und Lausanne starke linksgrüne Vertretungen gebe.

Auch Scherr verwies auf Wolffs Glaubwürdigkeit und kritisierte den FDP- und den GLP-Kandidaten. Jetzt, wo es um die Stimmen der Linken und Grünen gehe, entdeckten beide ihre späte Liebe für den gemeinnützigen Wohnungsbau und für das Soziale allgemein und präsentierten sich als Vollstrecker von vormals bekämpften Volksentscheiden. "Zurzeit heulen alle mit den Wölfen. Wir haben einen", sagte Scherr.

Bislang hat Richard Wolff drei Konkurrenten: Marco Camin (FDP), Daniel Hodel (GLP) und Toni Stadelmann (parteilos). Der Zürcher Stadtrat setzt sich zusammen aus vier Vertretern der SP, je zwei von FDP und Grünen sowie einem Mitglied der CVP.