Kommunale Abstimmung

Rettung für Winterthurer Pensionskasse: Stadt schiesst 150 Millionen ein

Als Sanierungsmassnahme wird das Rentenalter von 63 auf 65 Jahre für Männer und Frauen erhöht. (Symbolbild)

Als Sanierungsmassnahme wird das Rentenalter von 63 auf 65 Jahre für Männer und Frauen erhöht. (Symbolbild)

Die Stadt Winterthur kann ihre angeschlagene Pensionskasse sanieren. Die Stimmbevölkerung hat dem Massnahmenpaket mit einem Ja-Anteil von 76,2 Prozent zugestimmt. Dafür waren 18068 Winterthurerinnen und Winterthurer, dagegen 5647.

Die Stimmbeteiligung betrug 39,6 Prozent.

Ziel dieser Sanierung ist es, den Deckungsgrad der Vorsorgekasse innerhalb der kommenden sieben Jahre auf 100 Prozent anzuheben. Momentan liegt der Deckungsgrad bei etwas über 86 Prozent. Um die vollständige Deckung zu erreichen, schiesst die Stadt einen einmaligen Betrag von 150 Millionen Franken ein.

Auf den versicherten Löhnen werden zudem 1,45 Prozent beim Arbeitgeber und 0,95 Prozent beim Arbeitgeber abgezogen. Ausserdem kommt der Teuerungsausgleich auf den Renten in den kommenden Jahren nicht den Versicherten zugute, sondern der Pensionskasse.

Weitere Sanierungsmassnahmen sind eine Erhöhung des Rentenalters von 63 auf 65 Jahre für Männer und Frauen, tiefere Umwandlungssätze ab 2019 und eine Reduktion des technischen Zinses. Dieser wird dem Vorsorgekapital der Arbeitnehmer angerechnet.

Finanzmarkt muss mitspielen

Das Sanierungspaket hat aber eine grosse Unbekannte: die Finanzmärkte. Nur wenn die Wirtschaft brummt und die Kasse mit ihren Investitionen Geld verdient, kann der 100-Prozent-Deckungsgrad bis 2021 erreicht werden. Spielt die Wirtschaft nicht mit, muss die Stadt eventuell weitere Massnahmen beschliessen.

Ebenfalls Ja sagten die Winterthurer zur Verselbständigung der Pensionskasse. Bei dieser Vorlage legten 80,8 Prozent ein Ja in die Urne. 19'004 waren dafür, nur 4504 dagegen. Die Stimmbeteiligung bei dieser Vorlage betrug 39,4 Prozent.

Da der Bund die Umwandlung in eine öffentlich-rechtliche Stiftung vorschreibt, war diese Vorlage aber eigentlich nur eine Formalität. Bei der städtischen Pensionskasse sind 4200 Mitarbeitende, 2700 Rentner und 600 Mitarbeitende von stadtnahen Betrieben wie etwa dem Technorama versichert.

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