Schweizer Armee

Retter übten im Flammenmeer

Retter übten im Flammenmeer

Retter übten im Flammenmeer

Flughafen Zürich Bei der Übung «Aeroporto 10» standen auch Soldaten im Einsatz

Gespenstisch lodern Flammen. Dicke Rauchwolken schrauben sich in den dunklen Himmel. Hilfeschreie gellen durch die Nacht. Soeben ist in der Nähe des Flughafens Zürich ein Jumbolino mit 54 Personen an Bord abgestürzt. Brennende Wrackteile liegen umher.

Rettungskräfte arbeiten zusammen

Noch sind keine Rettungskräfte und Feuerwehrleute vor Ort. Ein paar Soldaten, die den Feuerschein gesehen haben, springen aus einem Militärwagen und rennen zur Unfallstelle, versuchen schon mal zu helfen. Sie tragen Verletzte aus der Gefahrenzone, legen sie an einem Wiesenbord nieder, verbinden Wunden, trösten. Ein offensichtlich verwirrter Abgestürzter ruft nach einem Taxi. «Er ist tot», schreit eine am Boden sitzende Frau verzweifelt und rüttelt den bewegungslos neben ihr liegenden Mann. Nun rasen Polizei, Sanität und Feuerwehr heran. Jetzt kommt langsam Ordnung ins Chaos. Die Sanitäter kümmern sich um die Verletzten. Die Feuerwehr bemüht sich, die Flammen einzudämmen, die Polizei sorgt dafür, dass die Gaffer Abstand halten, dass Zu- und Wegfahr-spuren für die Rettungsautos frei bleiben. Neben der Unglücksstelle werden orangefarbene Sanitätszelte aufgebaut. Eine mobile Einsatzzentrale der Kantonspolizei ist auch schon auf dem «Schadensplatz». Die Einsatzleiter der verschiedenen Dienste treffen sich zu einer ersten Analyse und Zuordnung weiterer Aufgaben. Die Rettungs-«Maschinerie» ist angelaufen.

Asylsuchende im Wald

Wenige Stunden zuvor in einem Waldstück bei Rafz ZH: Stockdunkle Nacht, ein Käuzlein ruft. Nach und nach erkennt man Soldaten, die bei einem Waldweg hinter Büschen stehen, daneben Grenzwächter. Einer sucht mit einem Nachtsichtgerät die Umgebung ab. Aus dem Dunkel stapft plötzlich eine Gruppe von Menschen; etwa 20 Männer, Frauen, Kinder mit Koffern und Rucksäcken. «Halt!», ruft ein Soldat gebieterisch. Scheinwerfer leuchten auf. Einer der Ankömmlinge ruft «Asyl».

Nun werden die Menschen auf den beleuchteten Platz gewiesen. Einer nach dem anderen wird oberflächlich kontrolliert – einer trägt vier Pässe auf sich – und auf Waffen abgesucht. Sicherheitshalber werden den meisten die Hände auf den Rücken gebunden. Dann werden sie in Militärwagen gebracht, die sie in ein Auffangzentrum bringen. Ein Kleinkind weint laut.

Soldaten als Unterstützung

Die Ankunft Asylsuchender an der grünen Grenze war am Montagabend ebenso fingiert wie später der Flugzeugabsturz. Die Migranten wurden von lokalen Einwohnern, die Verletzten von Kantonspolizei-Aspiranten dargestellt. Die Einsätze erfolgten im Rahmen der militärischen Übung «Aeroporto 10».

In der so genannten Volltruppenübung der Territorialregion 4 (ZH, SG, SH, GL, TG, AI, AR) sind seit gut drei Wochen insgesamt rund 5000 Armeeangehörige, unter dem Kommando von Divisionär Hans-Ulrich Solenthaler, im Einsatz rund um den Flughafen Zürich.

Sie trainieren die Unterstützung der zivilen Kräfte. Bewachungs- und Überwachungsaufgaben stehen im Vordergrund. Zudem werden die Abläufe bei Grossereignissen erprobt. Die Grossübung findet am Mittwoch ihren Abschluss mit einem Truppenvorbeimarsch auf dem Waffenplatz Kloten.

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