Die Lausanner Richter halten in ihrem am Donnerstag publizierten Urteil fest, die Vorinstanz habe nicht verkannt, dass keine direkten Beweise für die vorsätzliche Tötung vorlägen.

Das Obergericht habe die Indizien aber mit Bedacht und überzeugender Begründung zu einer Gesamtbetrachtung zusammengeführt. Das Ergebnis sei, dass niemand anders als Täter in Frage komme, als die Beschwerdeführerin.

Es liege demnach keine Willkür vor, wie es die Verurteilte in ihrer Beschwerde geltend gemacht hatte.

Eingeschliffenes Verhaltensmuster

Die Frau hatte im März 2014 in Zürich-Altstetten den Vater ihres Partners unzählige Male mit einem Gegenstand geschlagen, so dass der 77-Jährige seinen Verletzungen erlag. Die Tatwaffe wurde nie gefunden, ebenso wenig DNS-Spuren der Verurteilten am Tatort.

Aufgrund von Indizien kamen Bezirks- und Obergericht zum Schluss, dass nur die Beschwerdeführerin die Tat begangen haben konnte. Sie war die einzige der Bezugspersonen des Getöteten, die kein vollständiges Tatmotiv für die Tatzeit hatte.

Das Opfer hatte die Trennung seines Sohnes von der Verurteilten befürwortet. Weil die Frau bei zwei vorangegangenen Trennungen gewalttätig geworden war, schlossen die Psychiater, dass es sich dabei um ein eingeschliffenes Muster handle.

In einem Fall hatte die Frau mit einem Revolver in Richtung des auf der Toilette sitzenden Ex-Mannes geschossen. (Urteil 6B_1427/2016 vom 27.04.2017)