Mit kantonalen Förderbeiträgen will der Kanton nun weitere Hauseigentümer motivieren, wie die Baudirektion am Donnerstag bekanntgab. Baudirektor Markus Kägi (SVP) sprach vor den Medien von einer «beispiellosen Erfolgsgeschichte». Über 40 Prozent der Neubauten im Kanton würden heute im Minergie-Standard erstellt. «22 Prozent der Minergie-Bauten in der Schweiz stehen in unserem Kanton.» Als Bauten mit Promi-Status nannte er etwa den Prime Tower oder den Superblock in Winterthur.

Die Erkenntnis habe sich durchgesetzt, dass sich die etwas höheren Investitionskosten langfristig durch höheren Werteerhalt und Einsparungen bei den Energiekosten mehr als auszahlten, sagte der Baudirektor. «Die 10 Millionen Quadratmeter im Minergiestandard reduzieren den CO2-Ausstoss im Kanton jährlich um rund 100'000 Tonnen.»

Gemäss Baudirektion leisten die Minergiebauten also einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des kantonalen CO2-Ziels von 2,2 Tonnen pro Person und Jahr im 2050 gegenüber heute rund 5 Tonnen. «Das ist ein realistisches Szenario», sagte Kägi.

Der Baudirektor kritisierte in diesem Zusammenhang aber die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft. Diese will einen CO2-Ausstoss von einer Tonne pro Kopf und Jahr. «Das ist blauäugig und nicht zu erreichen», sagte Kägi. Zumal bei dieser Berechnung im Gegensatz zum kantonalen Ziel die Flugreisen nicht einbezogen seien.

Normaler Baustandard fast so gut wie MinergieWenn es um Energieeffizienz gehe, habe der Kanton den grössten Einfluss bei den Gebäuden. Mit Födermassnahmen sei es gelungen, die Hauseigentümerinnen und -eigentümer zu freiwilligen energetischen Verbesserungen ihrer Gebäude zu motivieren. Gegenüber dem bestehenden Gebäudepark habe man nämlich kein Druckmittel.

«So lange ich Baudirektor bin, wird eine Sanierungspflicht im Kanton Zürich nicht eingeführt», sagte Kägi. Würde man aber vom Kurs für das kantonale CO2-Ziel abkommen, würde die Baudirektion Lenkungsabgaben prüfen, «aber keine ausufernden Fördermassnahmen oder Sanierungsverpflichtungen». Diese würden Hauseigentümer vor unlösbare Probleme stellen, sagte Kägi.

Indem im Kanton immer anspruchsvollere Bauvorschriften erlassen worden seien, habe man stark zur Weiterentwicklung der Baukultur beigetragen. «Die Neubauten sind mittlerweile so gut, dass der normale Baustandard sich nur noch wenig vom Minergie-Standard unterscheidet», sagte Kägi.