Flugplatz Dübendorf
Regierungsrat schliesst Nutzung ohne Flugbetrieb aus

Der Zürcher Regierungsrat hält nichts von der Idee von drei Kantonsratsmitgliedern, beim Bund eine eigene Offerte für die Nutzung des Flugplatzes Dübendorf ohne Flugbetrieb einzureichen.

Drucken
Teilen
Unabhängig von der zukünftigen Nutzung soll der Flugbetrieb in Dübendorf erhalten werden.

Unabhängig von der zukünftigen Nutzung soll der Flugbetrieb in Dübendorf erhalten werden.

Keystone

Ein solches Angebot habe im Ausschreibungsverfahren des Bundes "von vornherein keine Chance". In seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine dringliche Anfrage aus dem Kantonsparlament bekräftigt der Regierungsrat seine ablehnende Haltung gegen eine weitere aviatische Nutzung des Dübendorfer Flugplatzes mit Flächenflugzeugen. Den Aufbau eines Heliports für Armee, Polizei und Rettungsflugwacht unterstützt der Regierungsrat dagegen.

Anlass für die Anfrage von Kantonsratsmitgliedern von SP, GLP und BDP war die Ausschreibung des Bundes für den Betrieb eines zivilen Flugplatzes in Dübendorf. Der Kanton Zürich sei zwar in den Arbeitsgruppen, die das Verfahren für die Suche nach dem Flugplatzbetreiber vorbereiteten, beteiligt gewesen. Die Einflussmöglichkeiten seien jedoch begrenzt, heisst es in der Antwort.

Die Flughafen Zürich AG (FZAG) hat laut Regierungsrat kein Interesse an einer Beteiligung an einem zivilen Flugbetrieb auf dem Militärflugplatz Dübendorf. Der Regierungsrat könnte ein finanzielles Engagement der FZAG in Dübendorf jedoch auch nicht verhindern. Paragraf 19 des Flughafengesetzes zum Weisungsrecht des Staates biete dafür keine Handhabe.

Auf dem Weg zu einer zivilaviatischen (Mit-)Benützung des Militärflugplatz gibt es gemäss Regierungsrat in luftfahrt- und planungsrechtlicher Hinsicht noch viele Hürden.

Nötig sei namentlich die Anpassung des Sachplans Militär sowie der Erlass eines Objektblatts zum Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) durch den Bund. Der Kanton werde die Möglichkeit erhalten, seinen Standpunkt nochmals einzubringen: im Gespräch mit den Verfahrensbeteiligten, im Rahmen von Rechtsmittelverfahren oder bezüglich der richt- und nutzungsplanerischen Grundlagen für Flugplatznebenanlagen.

Keine Angaben zu Arbeitsplätzen und Grenzkontroll-Kosten

Der Regierungsrat ist überzeugt, dass auf Teilen das Flugplatzareals auch im Falle einer zivilaviatischen Nutzung ein Innovationspark errichtet werden kann. Die Auswirkungen der aviatischen Nutzung könne jedoch erst abschliessend beurteilt werden, wenn das endgültige Nutzungskonzept vorliege.

Auch Aussagen über neue und wegfallende Arbeitsplätze durch die geänderte Nutzung könnten heute keine gemacht werden. Auch zu den allfälligen Kosten für die Grenzkontrolle bei einem Business Airport seien keine Angaben möglich.

Aus volkswirtschaftlichen Sicht sei eine aviatische Nutzung auf dem Flugplatz Dübendorf "nicht optimal", schreibt der Regierungsrat. Dies habe auch eine vom Bund in Auftrag gegebene Studie ergeben. Für den Bund stehe denn auch nicht der volkswirtschaftliche Nutzen im Vordergrund. Es gehe ihm vielmehr darum, "der nationalen Luftfahrt eine strategische Landreserve zu sichern".

Aktuelle Nachrichten