Zürich

Regierungsrat: Nein, die Uni Zürich plant keinen «Islamlehrstuhl»

Islamische Theologie wird in Zürich nur im Rahmen einer Gastprofessur gelehrt.

Islamische Theologie wird in Zürich nur im Rahmen einer Gastprofessur gelehrt.

An der Universität Zürich wird es keinen Lehrstuhl für Islamische Theologie und Bildung geben. Die Gastprofessur, welche im September eingerichtet wurde, soll einen Beitrag zu einer offenen Auseinandersetzung mit dem Thema leisten.

Vorerst für die nächsten drei Jahre richtet die Universität Zürich eine Gastprofessur für Islamische Theologie und Bildung ein. Jeweils im Herbstsemester wird ein Gastdozent drei Lehrveranstaltungen pro Woche anbieten. Im laufenden Semester führt Islamwissenschafter Abbas Poya durch die Vorlesungen.

Nicht geplant ist die Schaffung eines Lehrstuhls, wie der Regierungsrat gestützt auf Angaben der Universität Zürich schreibt. Weder Universitätsleitung noch Universitätsrat beabsichtigten, einen "Islamlehrstuhl" einzurichten, heisst es in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort.

Die Gastprofessur biete die Möglichkeit, im Rahmen von Lehrveranstaltungen und damit im öffentlichen Raum Fragen zur Islamischen Theologie zu diskutieren. Ziel sei es, Themen im religiösen, kulturellen und weltanschaulichen Kontext Europas zu besprechen.

Die Kantonsräte von SVP, BDP und EDU befürchteten in der Gastprofessur "einen Zwischenschritt" für die Errichtung eines Islamlehrstuhls. Ein solcher liegt gemäss Universität nicht vor. In den Veranstaltungen würden ausschliesslich wissenschaftlich-akademische Anliegen verfolgt.

Gerade die radikalen Auswüchse im Umfeld des Islams erforderten eine offene und vernunftgeleitete Auseinandersetzung. Eine solche habe in der Schweiz bisher kaum stattgefunden - auch weil wichtige Voraussetzungen dafür gefehlt hätten. Mit der Gastprofessur will die Universität einen Beitrag dazu leisten.

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