Er hatte für rote Köpfe gesorgt, der Chef-Lohn der Pensionskasse des Staatspersonals BVK. Weil die Kasse seit Anfang 2014 eine selbstständige Anstalt ist, konnte der verantwortliche Stiftungsrat die Löhne der Belegschaft unabhängig von kantonalen Vorgaben ändern. Dies hatte zur Folge, dass der Chef, Thomas Schönbächler, statt wie bisher rund 260 000 stolze 380 000 Franken Jahresgehalt erhalten hätte.

Dieser grosse Lohnsprung war etlichen Zürcher Parteiexponenten dermassen sauer aufgestossen, weil der Kanton die angeschlagene Pensionskasse unlängst mit zwei Milliarden Franken aufpäppeln musste. Dem Stiftungsrat wurde fehlendes Fingerspitzengefühl vorgeworfen. Einige Tage nach dem Rummel, am 15. Dezember, verkündete er, den Lohn noch einmal überprüfen zu wollen.

Einfluss als grösster Arbeitgeber

In seltener Einigkeit hatten die Fraktionschefs der SVP und der SP im Kantonsrat, Jürg Trachsel und Raphael Golta, am 10. Dezember ein dringliches Postulat dazu eingereicht. Den beiden ist bewusst, dass nicht der Regierungsrat über die Löhne der verselbstständigten Pensionskasse beschliessen kann. «Aber als Exekutive des mit Abstand grössten Arbeitgebers sollten seine Argumente im Stiftungsrat ein erhebliches Gewicht haben», so die Postulanten.

Dieser Ansicht ist offenbar auch die Regierung. In ihrer Antwort schreibt sie: «Der Regierungsrat hat mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, dass der Stiftungsrat BVK seinen Lohnentscheid nochmals prüfen will.» Resultate dieser Prüfung seien Ende Januar zu erwarten. Zuvor will der Regierungsrat den Verantwortlichen ins Gewissen reden. Man sei «bereit, mit dem Stiftungsrat ein Gespräch über Entschädigungen zu führen». Mit anderen Worten: Die Regierung will ihren Einfluss geltend machen, damit die BVK ihren Lohnentscheid revidiert.

Auch Benefits ein Thema

Wer die Antwort der Regierung genau liest, entdeckt jedoch einen zusätzlichen Begriff. Denn nicht nur der Lohn, auch die «weiteren Arbeitsbedingungen» sind für sie ein Thema. Die «NZZ» machte im Dezember publik, dass BVK-Mitarbeiter nicht nur von höheren Löhnen profitieren werden. Ihnen sollen auch ZVV-Jahresabos bezahlt werden, zudem soll die Arbeitgeberin auch die Prämien für die Nichtbetriebsunfallversicherungen übernehmen. Regierungssprecherin Susanne Sorg erklärt: «Der Regierungsrat möchte dem Stiftungsrat die Gelegenheit geben, sich zu erklären.» Dabei gehe es nicht bloss um den Lohn des Chefs.