Regenzeit
Erdrutsche, Hochwasser und nasse Keller: Der viele Regen hält die Feuerwehr auf Trab

Rund 180 Feuerwehreinsätze wegen des nassen Wetters verzeichnete Schutz und Rettung Zürich seit letztem Freitag kantonsweit. Oft drang Wasser in Gebäude ein. Es kam auch zu Erdrutschen und Überschwemmungen.

Matthias Scharrer
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Werdinsel, Limmat: viel Wasser und abgeknickte Bäume.

Werdinsel, Limmat: viel Wasser und abgeknickte Bäume.

Bild: Matthias Scharrer

Als braune Brühe wälzen sich die Wassermassen beim Höngger Wehr limmatabwärts. Da und dort sind Uferzonen überschwemmt. Umgestürzte Bäume und oberschenkeldicke abgebrochene Äste zeugen von den jüngsten Wetterkapriolen. Auf den grossen Schnee von Mitte Januar folgte in den letzten Tagen Dauerregen.

Er hielt die Feuerwehr kantonsweit auf Trab: 145 Einsätze wegen Wasser, das in Gebäude eindrang, verzeichnete die Einsatzleitzentrale von Schutz und Rettung Zürich (SRZ) seit letztem Freitag, wie ein Sprecher auf Anfrage bekanntgab. Oft sei Wasser durch Kellerwände eingedrungen, beispielsweise weil Kanalisationsleitungen verstopft waren.

Einsätze im ganzen Kantonsgebiet

Zudem habe es 32 Feuerwehreinsätze wegen Überschwemmungen gegeben. Felder und Wiesen wurden überflutet, da und dort traten auch Bäche über die Ufer. «Die Einsätze verteilten sich über das ganze Kantonsgebiet», hiess es weiter bei SRZ. Auf die Stadt Zürich seien 22 Einsätze in Verbindung mit Wasser in Gebäuden und 7 wegen Überschwemmungen entfallen.

An mehreren Orten kam es zu Erdrutschen. So wurde am Üetliberghang unterhalb der Felsenegg ein Wanderweg verschüttet, wie der «Tages-Anzeiger» schrieb. SRZ meldete am Dienstagabend einen Murgang in Zürich-Leimbach.

Murgang in Zürich-Leimbach.

Murgang in Zürich-Leimbach.

Bild: SRZ/zvg

Weitere Erdrutsche gab es laut einem Sprecher der kantonalen Baudirektion an der Zugerstrasse beim Schiffli am Hirzel, am Rheinuferweg bei Flurlingen, am Sihluferweg in Langnau am Albis, an der Schmidrütlistrasse in Turbenthal, der Flaacherstrasse in Andelfingen sowie beim Forstweg oberhalb der Giessenstrasse in Illnau-Effretikon. Die betroffenen Wanderwege mussten gesperrt werden.

Weggebrochener Limmatuferweg in Oetwil.

Weggebrochener Limmatuferweg in Oetwil.

Bild: zvg

Gleiches gilt für den Limmatuferweg bei Oetwil, der infolge starker Niederschläge teilweise wegbrach. In Winterthur sperrte die Stadtpolizei zudem die Hessengrütlistrasse, da der Hang oberhalb der Strasse nach Regenfällen und Schneeschmelze instabil wurde, wie die Stadtpolizei mitteilte.

Die Wasserstände der Seen im Kanton Zürich sind laut Lagebericht der kantonalen Hochwasserfachstelle weiterhin hoch. Am Greifensee ist seit der Nacht von Samstag auf Sonntag die Gefahrenstufe 3 erreicht, bei insgesamt fünf Gefahrenstufen.

Der Greifensee ist über die Ufer getreten.

Der Greifensee ist über die Ufer getreten.

Bild: Stadtpolizei Uster/zvg

Der Greifensee ist stellenweise über die Ufer getreten. Die Stadtpolizei Uster sperrte dort einige Wegabschnitte, wie sie mitteilte. Auch gestern stieg der Pegelstand wieder leicht an, auf nunmehr 436,18 Meter über Meer. Der kritische Pegel von 435,7 Metern über Meer ist damit seit Freitagmittag übertroffen, Tendenz steigend.

Auch die Glatt als Greifensee-Abfluss führt derzeit bei Dübendorf Unmengen an Wasser. Seit Samstag sind es mehr als 15 Kubikmeter pro Sekunde, womit Gefahrenstufe 3 gilt. Am Mittwochnachmittag waren es 18,3 m3/s. Das Jahresmittel der Glatt beträgt rund 7 m3/s.

Gefahrenstufe 2 vermelden von den grösseren Zürcher Gewässern die Messstationen am Türlersee und am Pfäffikersee. Ansonsten war, Stand Mittwochnachmittag, punkto Hochwasser im Kanton Zürich alles noch im grünen Bereich.

Der Zürichsee liegt mit einem Pegelstand von knapp 406 Metern im Bereich des langjährigen Mittels. Die Limmat in Zürich-Wipkingen führt rund 180 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das ist zwar deutlich mehr als der langjährige Durchschnittswert von 41,3 m3/s. Doch der Alarmwert von 350 m3/s ist damit ebenso deutlich unterschritten.

Die Limmat führt viel Wasser, ist aber noch im grünen Bereich.

Die Limmat führt viel Wasser, ist aber noch im grünen Bereich.

Bild: Matthias Scharrer