Es könne nicht sein, dass wegen rechtlicher Auseinandersetzungen zwischen dem Grundeigentümer und dem Zürcher Heimatschutz letztlich gar Leib und Leben von Kindern und Familien in Gefahr kommen, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. In dieser Situation habe der Gemeinderat einen Entscheid fällen müssen.

Der Heimatschutz hatte Ende Juli moniert, der Grundeigentümer der "Fröschegrueb" habe widerrechtlich mit dem Abbruch des unter Schutz stehenden Gebäudes begonnen und damit "vollendete Tatsachen geschaffen". Das Baurekursgericht habe mit einer vorsorglichen Verfügung jede Veränderung des Zustandes untersagt.

Zu teure Schutzmassnahmen

Der Gemeinderat räumt ein, dass Teile des Gebäudes ohne Bewilligung geschleift wurden. Der Grundeigentümer habe sich dazu entschlossen, nachdem ein Gutachter festgestellt habe, dass sich der Zustand des Objekts in einem "äusserst bedenklichen Zustand" befinde. Ein weiterer Abbruch sei jedoch vom Gemeinderat vorderhand untersagt worden.

Eine mögliche Variante wäre laut Gemeinderat gewesen, den Grundeigentümer aufzufordern, Sicherungsmassnahmen zu ergreifen. Diese hätten sich auf zwei Jahre berechnet auf rund 180'000 Franken belaufen. Diese Kosten zum Erhalt eines nicht schutzfähigen und einsturzgefährdeten Objektes seien jedoch als unverhältnismässig eingestuft worden.

Zudem, so die Gemeindebehörde, hätte die rechtliche Durchsetzung der Sicherungsmassnahmen bei einem zu erwartenden Rekurs einige Zeit in Anspruch genommen. "Während dieser unbestimmt langen Zeit wären Menschen an Leib und Leben bedroht gewesen." Diese Verantwortung könne der Gemeinderat nicht übernehmen.

Er habe deshalb die Sicherheit höher gewichtet als den Erhalt des Gebäudes und den umgehenden Abbruch bewilligt. Der Entscheid beruhe auf einer "rein sicherheitsrelevanten Beurteilung", betont die Behörde.

Langjähriger Streit

Der Streit um den Erhalt des aus dem 16. Jahrhundert stammenden Bauernhauses geht bis ins Jahr 2003 zurück. Damals stellte der Gemeinderat nach eigenen Angaben die Liegenschaft ohne fundiertes Gutachten unter kommunalen Denkmalschutz.

2013 beantragte der Grundeigentümer die Begutachtung des Objektes mit dem Ziel, dieses aus dem Schutzinventar zu entlassen. Im Auftrag der Gemeinderates wurde daraufhin ein Gutachten erstellt.

Dieses sei zum Schluss gelangt, dass die Verhältnismässigkeit von Schutzmassnahmen nicht mehr gegeben und daher eine Entlassung des Objektes aus dem Inventar der Heimat- und Denkmalschutzobjekte der Gemeinde Regensdorf gerechtfertigt sei, schreibt der Gemeinderat.

Die Gemeinde wollte danach den Schutzumfang der "Fröschegrueb" reduzieren. Der Bauherr sollte mit einem öffentlich-rechtlichen Vertrag verpflichtet werden, anstelle des einsturzgefährdeten Gebäudes einen Ersatzbau mit gleicher Stellung und gleichem Volumen zu erstellen und so das Ortsbild in der ursprünglichen Form zu erhalten.

Heimatschutz legt sich quer

Damit konnte sich jedoch der Zürcher Heimatschutz nicht abfinden. Er rekurrierte beim Baurekursgericht gegen die Reduktion des Schutzumfanges. Ein Entscheid ist noch nicht gefallen. Das Gericht hatte das Verfahren vorläufig sistiert und die Parteien aufgefordert, eine einvernehmliche Lösung zu suchen.

Der Heimatschutz hat zudem bei der kantonalen Baudirektion eine Aufsichtsbeschwerde gegen die Gemeinde Regensdorf eingereicht. Er wirft dem Gemeinderat vor, den Besitzt der "Fröschegrueb" nicht zum gesetzlich vorgeschriebenen Unterhalt des Hauses angehalten und so die schleichende Zerstörung der historischen Baute hingenommen zu haben.